Jahreshauptversammlung

Georg Paulus bleibt FBG-Vorsitzender

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Toni Ledermann
am Donnerstag, 30.09.2021 - 12:29

Die FBG Mindelheim bestätigt den bisherigen Vorsitzenden im Amt und freut sich über einen weiteren Mitgliederzuwachs.

Breitenbrunn/Lks. Unterallgäu Trotz Corona konnte die Jahreshauptversammlung der FBG Mindelheim für das Jahr 2020 nun stattfinden. Neben dem Holzmarktbericht standen Neuwahlen aller Gremien auf der Tagesordnung.

In seinem Rückblick ging Vorsitzender Georg Paulus auf den Sturm „Sabine“ im Februar 2020 ein. Dadurch verursacht sind große Holzmengen angefallen, die vermarktet werden mussten. Als weitere Folge davon habe der bekannte Grundsatz gegriffen: „große Sturmschäden – schlechter Holzpreis“. Die heimische FBG konnte indes das gesamte anfallende Holz verkaufen, so dass niemand auf seinem Holz sitzen geblieben ist, wie Paulus berichtete. In diesem Zusammenhang dankte er dem FBG-Team, das damals besonders viel Arbeit hatte.

Jegliche Aktivitäten unterbunden

Zu den Aktivitäten im vergangenen Jahr zählten wieder die Standards, wie Motorsägekurse, Seilwindenschulungen, Unfallverhütungsschulung, Sommerwaldbegänge und der Besuch des Submissionsplatzes in Leipheim – dann habe Corona jegliche Aktivitäten unterbunden.

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In seinem Grußwort wies der Vorstandsvorsitzende der Internationalen Holzhandelsorganisation „in.Silva“ Christian Bliestle darauf hin, dass aufgrund des Sturms große Holzmengen in kurzer Zeit angefallen sind. Es sei zu einem Stau beim Abtransport gekommen. Allerdings habe sich der Markt inzwischen gedreht. Bliestle hofft nun auf eine gute Ausgangsposition in den Winter hinein. Vor jedem Einschlag sollten die Waldbesitzer mit der FBG sprechen, um die Mengen zu koordinieren. „Dann wird der Stau nicht zu groß und es kann planmäßig gearbeitet werden“, so der Holzexperte.

Auf Wunsch von Paulus stellte sich der neue Bereichsleiter „Forst“ am AELF-Krumbach-Mindelheim Dr. Stefan Friedrich vor. Mit 44 Jahren ist er der jüngste Bereichsleiter Schwabens. Er hat die Aufgaben von Forstdirektor Rainer Nützel, der nach der Ämterreform Amtsleiter des AELF Krumbach-Mindelheim ist, übernommen.

Seit der vorhergehenden FBG-Jahreshauptversammlung ergänzen die Förster Markus Saler und Malte Menck das FBG-Team in der Geschäftsstelle in Breitenbrunn. Saler ist zuständig für das nördliche Vereinsgebiet, Menck wiederum ist im südwestlichen Raum für die FBG unterwegs. Menck ist auch für die Forstbedarfsgenossenschaft Allgäu tätig, die u. a. für vier Allgäuer FBGs die Hackschnitzelvermarktung übernimmt.

Mitgliederzahl steigt an

FBG-Geschäftsführer Roland Lembach berichtete, dass, bevor Corona alle Veranstaltungen verhinderte, noch neun Veranstaltungen mit 254 Teilnehmern durchgeführt werden konnten, u. a. Jagdbegänge, Sortierungsübungen und Unfall-Verhinderungskurse. Erfreulich sei der weitere Mitgliederzuwachs: Waren es zum Jahresbeginn 2020 noch 2627 Mitglieder, so stieg die Zahl bis zum Jahresende auf insgesamt 2651 Mitglieder.

Die von der FBG Mindelheim betreute Fläche erhöhte sich von 8439 auf 8886 ha. Lembach betonte, dass die meisten Mitglieder, nämlich 816 Mitglieder (30,8 %) eine Forstfläche von unter einem Hektar haben. Gerade sie seien bei der FBG sehr gut aufgehoben. Inzwischen betreut die FBG 138 Waldpflegeverträge mit 991 ha Fläche.
621 Mitglieder haben im Berichtszeitraum 2020 Holz über die FBG vermarktet, 1727 Holzlisten wurden erstellt. Das Volumen betrug insgesamt 49 521 fm. Im Einzelnen waren dies: 34 190 fm Kurzholz, 2179 fm Langholz, 5008 rm Papierholz, 2948 rm Brennholz und 6578 Schüttraummeter Hackschnitzel. Der von der FBG organisierte Holzeinschlag betrug 39 053 fm, was 79 % entspricht. Der Umsatz betrug 3 508 463 €.
Allerdings sei heuer ein kleiner Verlust von 8500 € eingetreten. „Dies ist erstmals in meinen vielen Jahren als Geschäftsführer der Fall, dass hier eine rote Zahl steht. Doch durch die niedrigen Mitgliedsbeiträge von zehn Euro und die Poolbildung, die keine hohen Gewinne möglich machte, kam es zu diesem Ergebnis. Aber dies wirft uns nicht um“, ist Lembach zuversichtlich. Auch im neuen Haushaltsvoranschlag geht Lembach für dieses Jahr von einem Minus von 4000 € aus. Wegen des geringen Holzeinschlags, bedingt durch die gesetzliche Einschlagsbeschränkung, und weil Folgeeinnahmen, wie Dienstleistungserlöse und Provisionseinnahmen niedriger als in den Vorjahren ausfallen, wie er erläuterte.

Problemlos erfolgten sämtliche Entlastungen, die einstimmig ausfielen, so dass die turnusgemäßen, alle fünf Jahre anfallenden Neuwahlen unter Leitung von Rainer Nützel durchgeführt werden konnten. Demnach bleibt Georg Paulus (Haselbach) Vorsitzender, seine beiden Stellvertreter Johann Weber (Siebnach) und Joachim Dreer (Oberrieden) blieben ebenfalls im Amt. Günther Duscha kandidierte nach 25 Jahren Mitarbeit nicht mehr, ebenso wie Georg Schuster nach zehn Jahren. Beiden dankte Paulus für ihr Engagement. Der Beirat setzt sich nun folgendermaßen zusammen: Erwin Frei (Loppenhausen), Armin Miller (Tussenhausen), Hans-Jörg Miller (Aufhof), Stefan Brecheisen (Salgen), Florian Eberwein (Bad Wörishofen) und Andreas Lochbrunner (Hasberg).

Malte Menck berichtete vom aktuellen Holzmarkt. Die Nachfrage nach Kurzholz sei rückläufig, Langholz werde durchschnittlich nachgefragt. Die Preise seien „sehr gut“, etwa für Kurzholz B, 2b bis 4b, würden 108 € bezahlt, für Langholz in der gleichen Sortierung sogar 115 bis 118€. Käferholz lag bei 66 bis 80€.
Mencks Erwartungen: Die Nachfrage der Säger werde verhalten sein, die Preise rückläufig, die Abfuhr stockend. Deshalb sollten verstärkt die Sammellagerplätze genutzt werden. Trotz des nasskalten Wetters sei der Borkenkäfer weiter ein Problem.
Menck hielt auch ein abwechslungsreiches Referat über die Holzverwendung, die immer stärker Plastik ersetzen soll. Inzwischen gebe es sogar Kleidung aus Holz. Auch im Hochbau mache Holz Furore: Das höchste Holzhaus verfüge über 24 Stockwerke!