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Wirtschaftspolitik

Gefahr für die heimische Bioenergie

Eine wichtige Energiequelle: Habecks Pläne wirken kontraproduktiv auf die heimische Biogaserzeugung.
BBV
am Donnerstag, 10.11.2022 - 08:21

Der Donauwörther Kreisobmann schlägt Alarm und greift Robert Habeck an

Donauwörth Wie die Geschäftsstelle Donauwörth des Bayerischen Bauernverbands in einer Pressemitteilung schreibt, gefährden die Abschöpfungspläne von Bundeswirtschaftsminister Habeck die heimische Biogaserzeugung. Dazu Kreisobmann Karlheinz Götz: „Ich bin schockiert über die Vorschläge von Bundeswirtschaftsminister Habeck. Diese Pläne dürfen nicht zur Anwendung kommen. Besonders verheerend ist, dass die Strommarkterlöse nicht nur für künftige Erlöse abgeschöpft werden sollen, sondern rückwirkend ab März 2022. Es kann doch nicht sein, dass Steinkohlekraftwerke von der Abschöpfung ausgenommen werden, und Bioenergieanlagen bleiben außen vor.“

Dabei befänden sich Biogasanlagen in einer vergleichbaren Situation, denn in den letzten Jahren seien die Kosten für technische Komponenten und Betriebsstoffe stark gestiegen, sagte Götz. Zusätzlich sei es mit Beginn des Ukrainekriegs zu weiteren starken Preissteigerungen bei landwirtschaftlichen Rohstoffen gekommen. Der BBV fordert daher, auch Bioenergieanlagen aus der EU-Verordnung zur Abschöpfung von Strommarkterlösen auszunehmen.

Anlagen lassen sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben

Für eine Biogasanlage bedeutet dies, dass bei einem anzulegenden Wert von z. B. 20 ct/kWh EEG Vergütung und einem aktuellen Markterlös von 33 ct/kWh die Erlöse oberhalb von 23 ct/kWh (20 ct + 3 ct Sicherheitsmarge) zu 90 % abgeschöpft werden. Die Anlage würde von 10 ct. oberhalb der 23 ct. nur 1 ct. behalten dürfen, also insgesamt nur 24 ct. statt 33 ct. und das bei aktuellen Gestehungskosten von 34 ct/kWh. Damit wäre ein wirtschaftliches Betreiben einer Biogasanlage nicht mehr möglich, rechnet BBV Geschäftsführer Stiller vor.

„Sollten Habecks Pläne nicht gestoppt werden, dann laufen wir Gefahr, dass 43 % (396 GWh) des gesamten Stromverbrauches im Landkreis Donau-Ries und rund 5 % (138 GWh) Wärme nicht mehr aus der grundlastfähigen Energie aus Biogasanlagen zur Verfügung stehen. Hier sind auch Landrat Stefan Rößle, Christoph Schmid, MdB und MdL Eva Lettenbauer gefordert, diese Ungleichbehandlung zu verhindern.“

Die vollständige Stellungnahme unter: www.bayerischerbauernverband.de/positionen.