Wettbewerb

Forstwettkampf - eine rot-weiß-rote Erfolgsgeschichte

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Externer Autor
am Montag, 13.08.2018 - 09:24

Österreichs Team holt bei der Forstarbeiter-WM in Norwegen neun Medaillen – darunter war auch historisches Edelmetall. Daniel Oberrauner holte Silber in der Gesamtwertung, das Team sprang in der Endabrechnung ebenfalls aufs Podium.

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Großer Jubel herrscht im Lager des österreichischen Forstwettkampf-Nationalteams: Die WM in Lillehammer war ein sensationeller Erfolg. Gleich neun Medaillen kann die Truppe rund um die Teamchefs Armin Graf und Johannes Kröpfl mit nach Hause nehmen.

Am Finaltag der Weltmeisterschaft kam noch viermal Edelmetall dazu. Gleich am Morgen glückte der erste Medaillengewinn: Die „jungen Wilden“, wie Österreichs aktuelles Team genannt wird, holte in der Länderstafette Silber. Bei diesem forstlichen Staffelwettbewerb tritt jedes Team mit vier Startern an. Diese haben eine 18 m lange Bahn hin- und zurück zu absolvieren. Mit der Motorsäge müssen dabei sechs Holzscheiben abgeschnitten werden, ehe der nächste Athlet ins Rennen gehen kann. Für Österreich waren dies: Mathias Morgenstern, Daniel Oberrauner, Harald Umgeher und Jürgen Erlacher.

Länderstafette feiert Premiere in Silber

Als Schlussmann Jürgen Erlacher den Zielstrich erreichte, war klar: Es wird ein Spitzenplatz. Dass es für eine Medaille reichen würde, war trotz einer schnellen und fehlerfreien Darbietung nicht sicher. Andere Nationen waren schneller als Österreich, blieben jedoch nicht fehlerfrei, was entscheidende Punkte kostete. Am Ende hatten jedoch nur die Nachbarn aus Liechtenstein zwei Zähler mehr am Konto, da sie um knapp zwei Sekunden schneller waren als die Österreicher. „Diese Medaille bedeutet uns sehr viel. Die Länderstafette ist aufwändig zu trainieren und es kämpfen so viele Länder um den Sieg. Schön, dass wir diesmal belohnt wurden“, jubelte Coach Armin Graf über die historische Medaille, denn Österreich hatte es in dieser Disziplin noch bei keiner Weltmeisterschaft aufs Podium geschafft.
Es sollte jedoch nicht das letzte Edelmetall des Tages für die rot-weiß-rote Equipe bleiben. Mit Rang 4 in der Zwischenwertung bei den Profiteams starten die Österreicher (Jürgen Erlacher, Mathias Morgenstern und Harald Umgeher) in den Schlussbewerb, das Entasten. Das Entasten gleicht einem Slalom im Skisport – jeder Athlet muss in möglichst kurzer Zeit eine vorgegebene Kombination von 30 künstlichen Ästen an einem Stamm absägen. Dabei gilt es, keine Fehler zu machen – sprich: nicht zu viel vom Ast stehen zu lassen oder in den Stamm zu schneiden. Die Österreicher wollten unbedingt noch aufs Stockerl springen, hat die Mannschaftswertung doch eine ganz besondere Bedeutung im Forstwettkampf. Die Österreicher entasteten zwar schnell, kassierten jedoch etliche Punkteabzüge. Ähnlich erging es vielen anderen Athleten im Starterfeld. Das Entasten, ein Nervenkitzel, doch am Ende hatte das rot-weiß-rote Team gut lachen: Österreich landete hinter Weißrussland und Deutschland auf Platz 3.
Anders die Ausgangslage vor dem Entasten bei Daniel Oberrauner im Juniorenbewerb. Er führte das Feld mit einem knappen Vorsprung an. Ein Fehler und der Vorsprung war weg. Der junge Kärntner legte jedoch keine Zurückhaltung an den Tag und war einer der Schnellsten im Juniorenfeld. Ein minimaler Fehler passierte ihm jedoch, sodass ihn der Deutsche Thomas Schneider um zwei Pünktchen in der Endabrechnung abfing. Nachdem der erste kurze Ärger über den Schnittfehler verraucht war, konnte sich der Vize-Juniorenweltmeister über seine insgesamt vierte Medaille bei dieser WM richtig freuen: „Es sind so viele gute junge Athleten hier nach Lillehammer gekommen und haben es schlussendlich nicht aufs Podium geschafft. Ich bin wirklich happy, dass es mir gelungen ist.“

Drei Medaillen für Caroline Weinberger

Bei der Siegerehrung im Rahmen der großen WM-Abschlussgala am Abend gab es auch für Österreichs erste Frau bei der Forstarbeiter-WM, Caroline Weinberger, noch eine Überraschung: Sie verfehlte zwar als Vierte in der Einzelwertung das Podest, durfte sich aber doch noch über eine dritte Medaille freuen. Die Veranstalter hatten sich beim ersten Antreten der Frauen bei einer Weltmeisterschaft etwas Besonderes einfallen lassen: eine Frauen-Länderstafette. Dafür wurden die einzelnen Starterinnen aus den Nationen zu Teams zusammengewürfelt. Weinberger trat gemeinsam mit der Ungarin Veres Boelarka, der Französin Amelie Aubriot und Anne Helene Sommerstad aus Norwegen an und landete auf dem 3. Platz. „Dass ich gleich drei Medaillen mit nach Hause nehmen darf, ist einfach ein Traum“, strahlte die 19-Jährige.

Somit kann Österreich neun Medaillen (2 x Gold, 3 x Silber, 4 x Bronze) mit auf die Heimreise nehmen. Das Fazit aus österreichischer Sicht nach drei spannenden Tagen: Es war eine grandiose Forstarbeiter-Weltmeisterschaft, bei der Sieg und Niederlage oft knapp beisammen lagen. Österreichs junges Team zeigte groß auf und sammelte viel Erfahrung. Norwegen verlässt man auf jeden Fall mit jeder Menge Edelmetall im Gepäck und freut sich bereits auf die WM 2020 in Serbien.