Gutachten

Förster untersuchen Waldverjüngung im Ostallgäu

MN-Verjüngungsinventur-Kleiner-PM-9.3.
BLW
am Dienstag, 06.04.2021 - 16:01

Das AELF erstellt das Forstliche Gutachten. Darin wird für jede der 13 Hegegemeinschaften im Ostallgäu und in Kaufbeuren der Zustand der Waldverjüngung bewertet.

Wie es „dem Kindergarten“ der Waldbäume geht, untersuchen in den kommenden Wochen die Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren. Die jungen Bäume sind vielen Gefahren ausgesetzt. Forstdirektor Stephan Kleiner erklärt: „Entscheidend für das Überleben ist, wie viele Knospen und Triebe der jungen Pflanzen von Reh, Hirsch und Gams verbissen werden. Die Höhe der Wildbestände beeinflussen im Wesentlichen die Baumartenmischung und die Qualität der künftigen Waldgeneration.“

Dies wird in den kommenden Wochen an 446 Inventurpunkten im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren untersucht. Die Ergebnisse der sogenannten Verjüngungsinventur ergeben einen sehr guten Überblick, wie es den jungen Bäumen geht, und zeigen auf, ob alle heimischen Baumarten aufwachsen können oder ob einzelne Arten aufgrund von Wildverbiss in den kommenden Jahren ganz ausfallen.

Jagdvorsteher Eduard Mößmer aus Seeg, der bei der Verjüngungsinventur in seiner Jagdgenossenschaft teilnimmt, betont: „Das Forstliche Gutachten und die ergänzenden revierweisen Aussagen sind für mich eine wichtige Grundlage, um die Diskussion in der Wald-Wild-Frage zu versachlichen.“ Nur mit Hilfe der Gutachten hätten Jagdvorstände und Jäger eine objektive Basis, auf der sie sich über die Höhe des Abschusses einigen können.

Ungestörtes Aufwachsen ermöglichen

Jägerin Mareike Fischer ergänzt: „Laut Bayerischem Jagdgesetz haben wir als Jäger den Auftrag, dass die standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen aufwachsen können.“ Zäune, die das Wild am Verbeißen der Waldverjüngung hindern, sollte es nur in Ausnahmefällen geben. Ein möglichst ungestörtes Aufwachsen der jungen Bäume sei wichtig, damit die Wälder auch für die kommenden Generationen Sauerstoff und Holz produzieren, Trinkwasser bilden und Kohlenstoff speichern.

Auf Grundlage der erhobenen Daten erstellt das AELF die Forstlichen Gutachten. Darin wird für jede der 13 Hegegemeinschaften im Ostallgäu und in Kaufbeuren der Zustand der Waldverjüngung bewertet und eine Empfehlung abgegeben, ob der Abschuss erhöht, beibehalten oder gesenkt werden sollte. Die Jagdvorstände, Jagdgenossen, Eigenjagdbesitzer und Jagdpächter sind eingeladen, die Förster bei der Inventur zu begleiten. Allerdings dürfen aufgrund der Coronapandemie jeweils nur ein Vertreter der Waldbesitzer und der Jäger teilnehmen.

Weißtanne fast ohne Schäden

Am Inventurpunkt in Seeg zeigte sich Förster Jörg Großer sehr zufrieden. Die sonst beim Wild so beliebte Weißtanne wächst fast ohne Schäden durch Wildverbiss auf. Förster Großer betonte: „Es freut mich, dass die Weißtanne hier eine Chance hat, die nächste Waldgeneration zu bilden. Wir brauchen sie in unseren Wäldern mit ihrem tiefen und kompakten Wurzelsystem, besonders in Zeiten des Klimawandels.“