Waldbau

Fingerspitzengefühl ist gefragt beim Waldumbau

Zukunft (1)
AELF Krumbach
am Dienstag, 17.11.2020 - 07:49

In Edelstettenfand eine Schulung für Waldbesitzer statt.

Riesenmammutbaum

Die Auswirkungen des Klimawandels spürt man auch in unseren Wäldern sehr deutlich. Viele Waldbesitzer stellen sich daher derzeit die (berechtigte) Frage, auf welche Baumarten sie denn zukünftig setzen sollen. Ertragreich, pflegeleicht, schädlings-und krankheitsresistent sollen sie sein, eine hohe Hitze- und Trockentoleranz aufweisen, schnell, wertholzhaltig und stabil wachsen sowie am besten auch noch was fürs Klima und die Insekten tun.

Der Antwort zu dieser Frage gingen 16 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der Informationsveranstaltung des AELF Krumbach im Edelstetter Wald auf den Grund. Anhand von zahlreichen Beispielen konnten sie einen Überblick über Vor- und Nachteile diverser heimischer aber auch sehr vielversprechenden fremdländischen Baumarten gewinnen.

Eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht

Klimawald (2)

Leider sucht man die „eierlegende Wollmilchsau“ vergeblich. „Es geht vielmehr darum, artenreiche Mischbestände zu schaffen, um das Klimarisiko für unsere Wälder deutlich zu senken und alle natürlichen Funktionen des Waldes zu erhalten“ erklärte Stefanie Süß, Försterin für die Waldumbauoffensive bei der Bayerischen Forstverwaltung in Krumbach. „Auch unsere heimischen Bäume haben da einiges auf dem Kasten!“ Übertreiben sollte man es mit der Mischung übrigens auch nicht: „Es ist Fingerspitzengefühl gefragt.“

Individuelle Beratung vor Ort

Damit sich keine Verwirrung einstellt und man „vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht“, bieten die zuständigen Revierförster den Waldbesitzern individuelle Beratungen vor Ort an. Denn mit der Entscheidung für eine Baumart allein ist es noch nicht getan, es müssen auch der Standort und die Bestandssituation beachtet werden. Beim Beratungsgespräch können gezielt Lösungen für die jeweilige Waldfläche entwickelt werden, um die Klimarisiken zu mindern und die Zukunftschancen der Bestände zu erhöhen. So profitieren auch die nachfolgenden Generationen vom Rohstoff Holz und den vielfältigen Leistungen des Ökosystems Wald.

Ein besonderes Highlight war der kleine Exotenwald einer Edelstetter Waldbesitzerin. Ihr Vater hat vor gut 30 Jahren damit begonnen, die knapp 2000 m² mit den verschiedensten Baum-Exoten zu bepflanzen. „Sogar ich komme bei der Bestimmung einzelner Arten an meine Grenzen“, lacht Süß. „Eine wirklich tolle Sammlung!“ Das Wäldchen wurde am Ende sogar noch um zwei Baumarten reicher: eine Libanonzeder und eine Esskastanie.