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Zuchtviehauktion in Kempten

Erfolgreicher Start von ProRind

Euterstarke Jungkühe verwenden
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Redaktion Wochenblatt
am Donnerstag, 20.01.2022 - 16:12

Der Rinderzuchtverband wartete in Kempten mit züchterisch hochinteressanten Zuchtkälbern zum Verkauf auf.

Kempten Zur ersten Zuchtviehversteigerung des Rinderzuchtverbandes ProRind am Donnerstag, den 13. Januar 2022, in Kempten konnten fünf Stiere, zehn Zuchtkälber, fünf Mehrkalbskühe und 203 Jungkühe verkauft werden.

Um an den Erfolg der Weihnachtsauktion anzuknüpfen, wurden im Vorfeld der Auktion am 13. Januar einige Zuchtbetriebe motiviert, wiederum auserlesene und züchterisch hochinteressante Zuchtkälber zum Verkauf anzubieten. Dass diese Kälber enorm gesucht sind und Kaufinteressenten bereit sind für solche Kälber deutlich überdurchschnittliche Preise anzulegen, bewiesen die beiden Spitzenkälber des Marktes.

Zunächst präsentierte die Ostenried KG aus Pforzen eine bestens entwickelte Tochter des Schweizer Allrounders Noro SG, die zum Spitzenpreis von 700 € ins südliche Oberallgäu wechselt. Die Familie dieses Kalbes überzeugt neben sehr hohen langjährigen Leistungen auch mit nationalen Schauerfolgen, die bis in das Jahr 1991 zurück gehen.

Ein ebenfalls sehr interessantes Kalb stellte der Betrieb Schwarz aus Argenbühl zum Verkauf vor. Extrem gut entwickelt, besticht dieses Kalb des amerikanischen Vererbers Solution mit einer langjährigen Mutterleistung von knapp 11 000 kg Milch bei gleichzeitig knapp 4 % Eiweiß. Auch dieses Kalb wechselt zu einem Aufzuchtbetrieb ins Oberland.

Verhaltene Nachfrage nach Deckstieren

Am Stiermarkt wurden lediglich sieben Kandidaten aufgetrieben von denen fünf zu mittleren 1508 € verkauft werden konnten. Für Deckstiere herrscht weiterhin eine sehr verhaltene Nachfrage. Den Höchstpreis des Tages von 1900 € erzielte Michael Epp aus Lengenwang mit einem bestens entwickelten Dragon-Sohn, der aus einer langlebigen und leistungsstarken Kuhfamilie mit bis zu elf Abkalbungen stammte. An zweiter Stelle reihte sich Aufzüchter Max Klemp aus Bad Gönenbach mit einem Bison-Sohn aus der Zucht von Martin Schlecker, Osterberg, ein, der für 1720 € nach Nordrhein-Westfalen verkauft werden konnte.

Heimo Waltner

Bereits im Vorfeld erfreute die Tatsache, dass die Zuchtbetriebe über 500 Jungkühe zur Auktion meldeten und damit dem Ruf nach zahlreichen Anmeldungen nachgekommen sind. Wiederum wurde der Markt komplett ohne ausländische Kunden geräumt, wobei rund 80 Jungkühe nach Rheinland-Pfalz, Hessen, NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein verkauft werden konnten.

Der Stellenwert des Kaufauftragsdienstes wurde bei diesem Markt einmal mehr deutlich: 152 Jungkühe und damit rund 75 % des Angebotes wurden durch das Verbandspersonal ersteigert, was deutschlandweit wohl einen einzigartigen Anteil darstellt. 60 Jungkühe durchbrachen die Schallmauer von 2000 €, der Durchschnittspreis reduzierte sich leicht auf 1796 €, was aufgrund der zahlreichen Tiere mit niedriger Leistung und/oder Mängeln, die zu deutlich niedrigeren Preisen gehandelt wurden, ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis darstellt.

Den Spitzenpreis erzielt

Den Spitzenpreis dieser Auktion erzielte Thomas Burger aus Alstädten, der eine großrahmige Hegall-Tochter mit hohen Eiweißwerten der Vorfahren zum Verkauf vorstellte. Mit gut 28 kg Tagesgemelk und sehr guter Melkbarkeit glänzt diese Kuh mit einem bestens aufgehängten Euter, optimal gelagertem Becken und melkrobotergeeigneter Strichplatzierung. Für 2900 € Zuschlagspreis wird ein Roboter im südlichen Oberallgäu diese Jungkuh zukünftig melken.

An preislich zweiter Stelle folgte Florian Hierl aus Immenstadt, der eine kapitale, äußerst stabile und gut bemuskelte Pull-Tochter zum Verkauf vorstellte, die neben 36 kg Tagesmilch auch mit guten Abstammungsinformationen zu überzeugen wusste. Sie konnte für 2850 € an einen Betrieb im Ostallgäu verkauft werden.

Etliche weitere Jungkuhe beeindruckten mit hohen Einsatzleistungen und bestem Exterieur. Die folgenden Tiere konnten in Katalogreihenfolge Gebote von 2300 € und mehr erreichen:

Spitzenkühe Januar 2113 verwenden
  • Eine mittelrahmige, späte Tochter von Vasir aus der Zucht von Christian Egger aus Rettenberg mit über 31 kg wechselt ebenfalls ins Ostallgäu.
  • Robert Gött aus Oy-Mittelberg war mit einer leistungsstarken Daimler- Tochter erfolgreich, die zukünftig in NRW gemolken wird.
  • Bei einem Betrieb im Großraum München werden bald zwei weitere Spitzentiere gemolken: Zum einen sicherte sich der Käufer eine leistungsstarke Partl-Tochter von Franz Müller aus Agathazell und zum anderen eine euterstarke Hidalgo-Tochter der Hailand GbR aus Aitrang.
  • Den Abschluss der teuersten konventionellen Jungkühe machte Stefan Achberger aus Scheidegg, der eine enorm feine Android- Tochter im Ring präsentierte, die speziell mit ihrem lebhaften, drüsigen und fest aufgehängten Euter punkten konnte. Sie wird zukünftig in Niedersachen gemolken.
  • Auch zwei starke Jungkühe aus Biobetrieben reihten sich preislich im vordersten Feld ein. Nach Schleswig- Holstein wurde eine kapitale Bisto- Tochter von Andreas Distel aus Kaufbeuren verkauft. Im eigenen Zuchtgebiet verbleibt eine Purpro- Tochter von Sebastian Gromer aus Kronburg. Die größte Kollektion von sechs Jungkühen verkaufte dieses Mal Stephan Ostheimer aus Oy-Mittelberg erfolgreich im Ring.
Der nächste Markt findet am 27. Januar in Kempten statt. Anmeldungen und Kaufaufträge werden gerne entgegengenommen. Informationen jederzeit unter www.prorind.de oder telefonisch unter 0831-52244-0.