Datenschutz

Bei der eigenen Homepage einiges beachten

Landwirt mit Laptop
BLW
am Freitag, 05.02.2021 - 13:16

Wer eine eigene Webseite betreibt, sollte sich mit „Cookies“ dringend auseinandersetzen. „Mir Allgäuer“ gibt nun praktische Tipps.

Brauchen Betreiber von Internet-Angeboten überhaupt einen Cookie-Hinweis und wo liegt der Unterschied zu einer Einwilligung? Ist eine Einwilligung für alle Cookies nötig? Und welche Rolle spielt das aktuelle EuGH-Urteil dabei? Der Verein „Mir Allgäuer“ - Urlaub auf dem Bauernhof hat für seine Mitglieder die Antworten zusammengefasst.
Cookies (dt. Kekse) sind kleine Textdateien, die bei dem Besuch einer Webseite lokal auf dem Rechner oder einem anderen Endgerät des Users gespeichert werden. Diese Dateien speichern Informationen über den Webseitenbesuch und das Surfverhalten des Users. Getrackt (verfolgt) werden beispielsweise die Verweildauer, die aufgerufenen Unterseiten oder die Eingabe eines Suchbegriffs.
  • Was bedeutet „tracken“?: Im Online-Marketing versteht man unter Tracking die Verfolgung der Bewegung der Nutzer im Internet. Tracking ist eine wichtige Voraussetzung für die Erfolgskontrolle im Online-Marketing, z.B. um den Erfolg von Werbekampagnen oder die Nutzerfreundlichkeit (Usability) einer Webseite zu überprüfen.
  • Für was benötigt man Cookies?: Cookies speichern beim Surfen im Internet Daten auf der Festplatte des Nutzers. Bei einem späteren Besuch der Webseite werden mit ihrer Hilfe die Nutzer und ihre Einstellungen wiedererkannt. Inhalte von Warenkörben, Suchzeitraum und Personenanzahl bei Urlaubsanfragen werden so wiederhergestellt, wenn man die Webseite erneut öffnet. Cookies werden aber auch dazu verwendet, Verbrauchern individuelle Werbung auszuspielen.
  • Was ist ein Cookie-Banner?: Ein Cookie-Banner ist die Cookie-Warnung, die auf Webseiten auftaucht (Popup-Hinweis), wenn ein Benutzer die Webseite zum ersten Mal besucht. Es reicht nicht mehr aus, dass ein Cookie-Hinweis lediglich besagt, dass die Website Cookies verwendet – stattdessen müssen Nutzer die Möglichkeit haben, ihre Zustimmung zu erteilen, bevor ihre Daten verarbeitet werden.

Datenschutzerklärung nicht vergessen

Webseitenbetreiber müssen Nutzer über die eingesetzten Anbieter, Arten und Funktionsweisen sowie die Speicherdauer der Cookies informieren und dies auch in die Datenschutzerklärung schreiben. Die Datenschutzerklärung und das Impressum, sollten ohne Beschränkung durch ein Cookie-Banner erreichbar sein.
Was gibt es für Arten von Cookies?: Notwendige Cookies helfen dabei, eine Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite ermöglichen. Eine Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.
Statistik-Cookies helfen Webseiten-Besitzern zu verstehen, wie Besucher sich auf Webseiten bewegen (interagieren), indem Informationen anonym gesammelt und gemeldet werden.
Marketing-Cookies werden verwendet, um Besuchern auf Webseiten zu folgen. Die Absicht ist, Anzeigen zu zeigen, die relevant und ansprechend für den einzelnen Benutzer sind und daher wertvoller für Publisher und werbetreibende Drittparteien sind (als Publisher bezeichnet man in der Online-Marketing-Branche die Betreiber von Webseiten).
Landwirt mit Tablet

Präferenz-Cookies ermöglichen einer Webseite sich an Informationen zu erinnern, die die Art beeinflussen, wie sich eine Webseite verhält oder aussieht, wie z.B. ihre bevorzugte Sprache oder die Region in der sie sich befinden.

Welcher Hof braucht einen Cookie-Banner?: Alle Ferienhöfe, die auf ihrer Webseite einen externen Belegungskalender, eine Google Maps-Karte oder eine OpenStreetMaps-Karte nutzen, Google Analytics (oder ein ähnliches Tool) einsetzen, Social Media-Profile verlinken, YouTube- oder Video-Filme eingebunden haben. Preise hängen von der Größe der Seite und der eingesetzten Technik ab.

Agenturen bieten in der Regel vorab eine kostenfreie Beratung. Bei den meisten Vermieterwebseiten werden nur externe Dienste wie GoogleMaps, OpenStreetMaps oder beispielsweise der „Eberl (Travel)“-Belegungskalender verwendet, hier kann anstelle eines Cookie-Consent-Tools ein „Double Opt-in“ verwendet werden. Die „Double Opt-in“-Variante erfüllt die gesetzlichen Anforderungen auch, weil hier nur nach vorherigem Einverständnis von extern etwas geladen wird und auch nur nach Einwilligung die entsprechenden Cookies gespeichert werden. Der Einsatz von Consent-Tools hat meist nur Sinn, wenn man auch globale Skripte wie GoogleAnalytics verwendet. Für die technische Umsetzung dieser Anforderungen haben sich sogenannte Cookie-Consent-Tools bewährt, die sich wie eine Maske über eine Online-Präsenz legen und Nutzern bei Seitenaufruf per Pop-Up das Erteilen von cookiespezifischen Einwilligungen per Häkchensetzung ermöglichen.

Derartige Tools blockieren das Setzen jeglicher Cookies, bis die jeweilige Einwilligung erteilt wird, und speichern die Nutzereingaben für die Sitzungsdauer.

Das gilt es zu beachten

  • Seitenbetreiber benötigen für alle nicht notwendigen Cookies – vor allem für Tracking Cookies wie etwa von Google Analytics, aber auch für alle anderen Tools und PlugIns, die technisch nicht notwendig sind – eine Einwilligung der Nutzer auf Ihrer Webseite.
  • Ein „Durch Weitersurfen akzeptieren Sie alle Cookies“- Banner oder ein Cookie Banner mit schon vorangekreuzter Checkbox reicht für die Einwilligung nicht aus.