Bilanz

Corona hat Spuren hinterlassen

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Michael Ammich
am Dienstag, 06.04.2021 - 18:46

Die Pandemie stellt den Maschinen- und Betriebshilfering Dillingen vor Herausforderungen. Ob das 50-jährige Gründungsfest heuer gefeiert werden kann, bleibt unklar. Doch es gibt auch positive Entwicklungen.

Auch der Maschinen- und Betriebshilfsring Dillingen bekam das „Coronajahr“ 2020 deutlich zu spüren. Die Einsatzstunden in der sozialen Betriebshilfe gingen stark zurück und die Umsätze der Dillinger Biomasse GmbH brachen im Hackschnitzelbereich in einem bislang unbekannten Ausmaß ein. Gleichwohl konnte der Ring seinen Gesamtverrechnungswert gegenüber dem Vorjahr noch einmal steigern, erklärt Geschäftsführer Werner Müller.

„Was unser Personal betrifft, blieben wir aber Gott sei Dank vom Coronavirus verschont“, sagt Müller. Angesichts von gut 150 Beschäftigten in der Herbst- und Wintersaison kommt es schon einem kleinen Wunder gleich, dass sich keine und keiner von ihnen mit dem Virus infizierte. Zu den Ringmitarbeitern gehören beispielsweise mehr als 100 Fahrer für die Zuckerrüben-Lkw und 30 Fahrer für die Maishäcksler.
Nachdem die Betriebshilfe stark unter den Einschränkungen der Coronapandemie gelitten hatte, sank der Umsatz in diesem Bereich auf 631 511 €. Die Einsatzstunden im sozialen Bereich reduzierten sich von 3464 auf 2614. „Die Betriebshilfe war vom ersten Lockdown bis in den Sommer hinein praktisch tot“, klagt Müller. Danach kam sie wieder in Gang und derzeit herrscht im Dillinger Ring sogar ein Mangel an Betriebshelferinnen und -helfern. Aktuell stehen vier MR-Klassik-Mitarbeiter im Nebenberuf und drei hauptberufliche Kräfte zur Verfügung. „Wir suchen nach weiteren Helferinnen und Helfern, gleich ob in Voll- oder in Teilzeit.“

Besonders hart traf die Coronakrise die Dillinger Biomasse GmbH & Co KG, ein gemeinsames Tochterunternehmen des Maschinenrings und der FBG Dillingen. Nachdem viele Schulen und andere regionale oder kommunale Einrichtungen, wie etwa Hallenbäder, ihren Betrieb aufgrund der Kontaktbeschränkungen eingestellt hatten, fehlte die Nachfrage nach Hackschnitzeln für die Kleinkraftwerke. Die Großanlagen heizten dagegen weiter durch.

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In der Folge sackten auch die Hackschnitzelpreise ab auf ein bislang nicht bekanntes Niveau, sagt Müller. Der Umsatz an Hackschnitzeln ging gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte zurück. Insgesamt belief sich der Umsatz der GmbH im Biomassebereich auf 1,81 Mio €, das sind gut 270 000 € weniger als 2019. Auch der Wert der Dieselsammelbestellungen reduzierte sich von 1,5 auf 1,27 Mio €. Dagegen stieg der Anteil der Ringgeschäfte an der GmbH um 40 000 auf 920 000 €.

Eigentlich hätte der Dillinger Ring heuer sein 50-jähriges Gründungsjubiläum feiern wollen. Aber der Geschäftsführer hat Zweifel, ob sich das mit Blick auf die sich derzeit wieder verschärfende Coronalage durchführen lässt oder ob auch die Jubiläumsfeier – wie fast alle Veranstaltungen im vergangenen Jahr – abgeblasen werden muss. Das ist aktuell folglich noch unklar.

Der Maschinen- und Betriebshilfsring Dillingen wurde 1971 als Selbsthilfeorganisation von und für Landwirte gegründet.

Nachdem die Zahl der Mitglieder des Dillinger Maschinenrings von 2018 auf 2019 um 46 auf nurmehr 1025 eingebrochen war, erhöhte sie sich 2020 wieder auf 1055. Der Gesamtumsatz des Rings belief sich im vergangenen Jahr auf 7,91 Mio €, was einer Steigerung um 150 000 € entspricht, wie Werner Müller informierte.
Im einzelnen gliedern sich die Verrechnungswerte im Kernbereich der Maschinenvermittlung folgendermaßen auf:
  • Hackfruchternte 1 751 503 €
  • Körnerernte 894 231 €
  • Futterbau 1 925 499 €
  • Organische Düngung 780 887 €
  • Pflanzenschutz 74 600 €
  • Düngung, Saat, Pflege 185 796 €
  • Bodenbearbeitung 37 318 €
  • Transport 800 084 €
  • Schlepper 567 373 €
  • Hofmaschinen 4583 €
  • Forst 63 484 €
  • Hilfsmittel, Sonstiges 135 872 €.
An den Investitionen des Dillinger Rings zeigt sich, dass die Landwirtschaft auch in Krisenzeiten zu den stabilen Säulen der Gesamtwirtschaft zählt. So haben die vom Ring betreuten Gemeinschaften im vergangenen Jahr trotz der coronabedingten Verwerfungen Technik in erheblichem Umfang angeschafft. Die Landwirtschaftliche Maschinengemeinschaft der Zuckerrübenanbauer (LMZ) Schwaben bestellte einen neuen Rübenroder für rund 500 000 €, die LMZ Logistik AG drei neue LKW-Zugmaschinen für den Rübentransport. Auch für heuer ist der Kauf von drei LKW eingeplant. Die Kartoffeltechnik Egautal investierte rund 170 000 € in einen Kartoffelroder. Einen zehnreihigen Maishäcksler zum Kostenpunkt von rund 300 000 € hat sich die Häcksel- und Siliergemeinschaft Dillingen zugelegt.