Forstwirtschaft

Borkenkäfer schwärmt massiv aus

Bild 1_Bode und Kleiner untersuchen Fichte
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Redaktion Wochenblatt
am Freitag, 25.06.2021 - 07:43

Bayernweit werden in den Borkenkäferfallen deutlich steigende Fangzahlen gemeldet. Geschwächte Fichten werden massiv befallen.

Füssen/Lks. Ostallgäu Ein unterdurchschnittlich kalter April und Mai 2021 verzögerten die Schwärmtätigkeit der Fichtenborkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher zunächst. Doch der Ruhe folgt nun der Sturm: Bayernweit werden in den Borkenkäferfallen deutlich steigende Fangzahlen gemeldet. „Auch die Monitoringfallen im Ostallgäu bei Irsee und Stötten melden sehr große Fangzahlen“, erklärt Forstdirektor Stephan Kleiner. „Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren, bei denen der Borkenkäfer in mehreren Phasen ausflog, befällt er jetzt geschwächte Fichten schlagartig und massiv.“

Mindestens alle zwei Wochen kontrollieren

Bild 2_Borkenkäfer mit Bohrmehl

Dem Käfer kommen die sommerlichen Temperaturen zu Gute, die seit Anfang Juni herrschen. Für das nördliche Ostallgäu und Kaufbeuren ist vor allem in Fichtenreinbeständen mit Stehendbefall zu rechnen. Auch in Lagen über 600 m erfolgt seit der letzten Woche die Anlage der ersten Käfergeneration.

Forstreferendarin Theresa Bode vom AELF Kaufbeuren rät, gefährdete Bestände auf Käferbefall mindestens alle zwei Wochen zu kontrollieren. Die Käfer produzieren große Mengen gut sichtbaren Bohrmehls, was die Suche nach ihnen erleichtert. Es ist häufig an Rindenschuppen, am Stammfuß oder in Spinnennetzen an den Bäumen sichtbar. Wird das schnupftabakähnliche Bohrmehl an einem Fichtenstamm gefunden, muss dieser umgehend gefällt werden. „Der aktuelle, konzentrierte Befall stellt eine große Gefahr dar. Er gibt den Waldbesitzern aber die Chance, durch konsequentes Aufarbeiten einen Großteil der Käfer abzuschöpfen und eine weitere Vermehrung zu bremsen“, sagt Bode. Daher sollten befallene Fichten umgehend gefällt und aus dem Wald entfernt werden. Können die Stämme nicht unmittelbar ins Sägewerk transportiert werden, sollten sie mindestens 500 m entfernt zum nächsten Nadelholzbestand zwischengelagert werden.

Es gibt finanzielle Unterstützung

Für die Borkenkäferbekämpfung erhalten Waldbesitzer finanzielle Unterstützung durch die Staatsregierung. Beratung erhalten sie bei den Revierleitern, Hilfe bei der Aufarbeitung der befallenen Fichten geben die Forstbetriebsgemeinschaften und sonstige forstliche Dienstleister.

Ein Artikel auf Basis einer Pressemitteilung des AELF Kaufbeuren.