Pestizide

Biobäuerin muss Fenchelernte vernichten

Fenchelkörner
Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Dienstag, 16.02.2021 - 14:10

Eigentlich hätte aus der Fenchelernte von Bäuerin Franziska Blind Tee werden sollen. Ein Labor stellte jedoch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln fest.

Die Nachricht war für sie „ein Schock“, sagt Biobäuerin Franziska Blind. Langsam rieseln die Fenchelkörner durch ihre beiden Hände. Sie hätten eigentlich zu Tee verarbeitet werden sollen. Doch dann kam alles anders: Wegen Pestizidrückständen auf ihrem Feld musste die Biobäuerin aus Oettingen ihre komplette Fenchelernte vernichten.

Bei einer routinemäßigen Kontrolle stellte ein Labor drei verschiedene Pestizidrückstände fest. Wie Blind erklärt, sei bei Pendimethalin, einem Unkrautvernichter, der Grenzwert weit überschritten worden. Sie könne den Fenchel deshalb nicht einmal konventionell verkaufen, da der gesetzliche Grenzwert überschritten sei.

Kontrolle der Ausbreitung ist schwierig

Foeniculum vulgare

Bei jedem Wort, das Blind spricht, schwingt die Enttäuschung mit. „Für mich ist das sehr ärgerlich“, sagt die Biobäuerin dem Wochenblatt. Ein Jahr habe sie investiert, sich um den Fenchel gekümmert, ihn geerntet und anschließend das Testergebnis erhalten, mit dem sie niemals gerechnet hätte.

Wie die Spritzmittel auf das Feld kamen, ist bislang unklar. Blind vermutet, dass sich die Spritzmittel durch Windverfrachtung ausgebreitet haben könnten. Für sie zeige der Fall, dass sich die Verbreitung von Pflanzenschutzmitteln nicht sicher kontrollieren lasse. Der Produktions- und Erlösschaden für den Ausfall der Fenchelernte des rund zwei Hektar großen Feldes betrage rund 8000 Euro, sagte Blind dem Wochenblatt

Bioland wirft Politik und den Zulassungsbehörden von Pflanzenschutzmitteln schon seit längerer Zeit Versagen beim Schutz von Bauern und Bürgern vor der Abdrift bestimmter leichtflüchtiger Pestizide vor. Im Fokus stand hierbei immer wieder Pendimethalin.

Ein Video zum Thema sehen Sie hier: