Wettbewerb

Bayerns beste Melker gekürt

Melk-Siegerehrung-wenige
Brigitte Früh
Brigitte Früh
am Donnerstag, 05.03.2020 - 12:32

Landesentscheid des DLG-Melkwettbewerbes am Staatsgut Spitalhof Kempten.

Zwei Oberallgäuer sind Bayerns beste Melker. Markus Eichinger aus Kimratshofen und Alexander Immler aus Immenstadt qualifizierten sich damit auch für den Bundesentscheid im April auf Hofgut Neumühle in Rheinland-Pfalz. Beim Landesentscheid des DLG-Bundesmelkwettbewerbes, der am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum (LVFZ) für Milchviehhaltung, Grünland und Berglandwirtschaft Spitalhof in Kempten durchgeführt wurde, belegte Markus Eichinger (21) mit 137 Punkten Platz eins, Alexander Immler (23) war ihm mit 134 Punkten dicht auf den Fersen und kam auf Platz zwei. Beide absolvieren derzeit eine landwirtschaftliche Lehre als zweite Berufsausbildung.
Von den bayerischen Bezirkssiegern traten neun Kandidaten – drei junge Frauen und sechs junge Männer – zum Landesentscheid an und machten unter sich Bayerns besten Melker aus. Drei Tage lang gaben sie unter den kritischen Augen von drei Prüfern aus verschiedenen Staatsgütern im Fischgrät-Melkstand am Spitalhof und bei einem Wissenstest ihr Bestes. Im Spitalhof-Stüble konnten sie dann bei der Siegerehrung viel Lob und Anerkennung für ihre Teilnahme und ihre guten Leistungen entgegennehmen.

Außenwirkung wichtig

Bei der kleinen Feier mit Musik und Kulinarik aus der Region wurden die Wettkämpfer/-innen und zahlreiche Ehrengäste von Helmut Konrad begrüßt. Der Leiter des LVFZ für Milchviehhaltung Almesbach (Weiden/Opf.), der zum Jahreswechsel als Nachfolger von Rasso Höck auch die Leitung des LVFZ Spitalhof übernommen hat, machte deutlich, dass es beim Melkwettbewerb nicht nur um die Ermittlung des besten Melkers und die Gewinnung eines Lebensmittels höchster Qualität geht, sondern auch um die Außenwirkung: Der Öffentlichkeit und den Verbrauchern zeigen, wie gut und vielseitig ausgebildet Landwirte sind und wie hoch der Stellenwert von Tierwohl, Tierschutz und Tiergesundheit ist. Besonders im Fokus stehe aber auch die Beziehung zwischen Mensch und Tier beim Melken – so fließt auch die Kontaktaufnahme des Melkers zur Kuh in die Bewertung mit ein. „Technik ist nicht alles“, betonte Konrad, „der Mensch ist das Bindeglied zwischen Tier und Technik und das Gespür fürs Tier muss im Fokus der Milchviehhaltung bleiben.“

In Grußworten sprachen Bayerns Milchkönigin Beatrix Scheitz, der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz, MdL Eric Beißwenger, der schwäbische BBV-Bezirkspräsident Alfred Enderle, der Vorsitzende des Milchwirtschaftlichen Vereins Bayern Hans Epp und der Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter Dr. Hermann Lindermayer Bayerns top-Melkern ihre Anerkennung und Glückwünsche aus. Vor dem Hintergrund des auslaufenden Pachtvertrages am Spitalhof – der Freistaat Bayern pachtet die Versuchsflächen vom Milchwirtschaftlichen Verein und stellt das Personal des LVFZ – wurde in den Redebeiträgen mehrfach der Erhalt des Versuchszentrums im Herzen der Milcherzeugungsregion Allgäu gefordert. „Bezüglich des Pachtvertrages sind wir auf einem guten Weg“, versicherte Lindermayer.
Carsten Antholz,der stellvertretende Leiter des LVFZ Spitalhof, der zusammen mit seinem Team den Landesentscheid organisiert und durchgeführt hat, gab einen Einblick in die Bewertungskriterien vom Umgang mit den Kühen über Melkhygiene bis hin zur Melkleistung.

Sie stellten sich im Landesentscheid

Stefan Alberti, Floß/Lks. Neustadt a.d. Waldnaab/Opf., Markus Eichinger, Kimratshofen/Lks. Oberallgäu/Schw., Simon Eisenreich, Neumarkt-St. Veit/Lks. Mühldorf/Obb., Marina Fuchs, Kollnburg/Lks. Regen/Ndb., Josef Holzheu, Buchloe-Honsolgen/Lks. Ostallgäu/Schw., Alexander Immler, Immenstadt/Lks. Oberallgäu/Schw., Ingrid Janner, Amberg-Sulzbach/Opf., Adelina Pllana, St. Wolfgang/Lks. Erding/Obb., Dominikus Tafertshofer, Wielenbach/Lks. Weilheim-Schongau/Obb. BF