Direktvermarktung

Bauernmarkt: Regional einkaufen stärkt die Region

Patrizia Schallert
am Montag, 28.10.2019 - 10:21

Regionalität zieht. Trotz strömenden Regens pilgerten tausende Besucher zum Bauernmarkt auf dem Nordfelder Hof bei Dillingen

Direktvermarktung

Dillingen . „Die Diskussionen zu Klimaschutz und Energiewende schaffen bei der Bevölkerung ein erhöhtes Bewusstsein für regionale Produkte und umweltverträgliches Wirtschaften in regionalen Kreisläufen“, stellte der Dillinger Landrat Leo Schrell vor seinem Rundgang durch die beiden Markthallen fest. Das beantworte auch die Frage, ob der Landkreis mit dem Bauernmarkt richtig aufgestellt ist.

40 Fieranten sorgen für eine Vielfalt des Angebots

Auch heuer sorgten rund 40 Fieranten für eine große Vielfalt an qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus heimischer Produktion: Kartoffeln und Gemüse, Obst, Brot und Gebäck, Käse, Fleisch und Wurstwaren von der Ziege, vom Lamm und Angusrind, Eier, Nudeln, Honig, Speiseeis, Rapsöl, Schnäpse und Liköre oder auch Brennholz und Hackschnitzel vom Erzeuger. So konnten die Besucher aus dem Vollen schöpfen und mit Sicherheit war für jeden etwas dabei.

Im Rahmen eines Schulprojekts zu regionalen Wirtschaftskreisläufen beteiligte sich traditionell die Josef-Anton-Schneller-Mittel­schule Dillingen am Bauernmarkt. Die Schülerinnen und Schüler boten einen „Bringservice“ an und transportierten den Marktbesuchern die eingekauften Waren direkt zum Auto. Ein kostenloser Shuttlebus leistete einen Beitrag zum Klimaschutz und ersparte die Parkplatzsuche. Wer dennoch mit dem eigenen Auto beim Nordfelder Hof ankam, lernte die perfekte Einweisung der Fristinger Feuerwehrleute zu schätzen.

„Der Einkauf regionaler Produkte stärkt nicht nur die Identifikation mit der eigenen Heimat, sondern fördert den Erhalt landwirtschaftlicher Betriebe vor Ort“, wie Land­rat Leo Schrell erklärte. Dass sich die Direktvermarkter immer wieder neue Ideen einfallen lassen, hätten sie 2017 mit der Präsentation des „Landkreiskorbes“ auf dem Bauernmarkt gezeigt. „Das war eine pfiffige Idee.“ Der Korb enthält ein breites Sortiment an Produkten aus heimischen Betrieben und eignet sich hervorragend als Geschenk für Familienmitglieder, Freunde oder Geschäftspartner. An einem eigenen Stand hatten die Direktvermarkter ein Glücksrad aufgestellt, an dem der Marktbesucher Gutscheine für ihre Produkte gewinnen konnte. Die Hauptgewinne bestanden aus einem Landkreiskorb und einem Gemüsekorb. „Einmal Drehen kostet 50 Cent und der Erlös wird für einen guten Zweck gespendet“, erklärte Stephanie Kopold-Keis vom AELF Wertingen.

Viele neue Gesichter

Unter den Direktvermarktern gab es heuer neue Gesichter. Irmgard und Andreas Kugler aus Lauingen boten erstmals ihre Biokartoffeln an. Die Familie hat vor vier Jahren ihren Milchviehbetrieb auf den ökologischen Landbau umgestellt. „Weil die Molkerei Gropper damals Lieferanten für Biomilch gesucht hat, entschieden wir uns, diesen Weg zu gehen“, erklärte Irmgard Kugler. Allerdings sei die ökologische Bewirtschaftung eine große Herausforderung. „Natürlich gefällt dem Verbraucher der Anblick von weidenden Kühen. Aber das Herdenmanagement ist sehr anspruchsvoll, besonders wenn die Witterungsverhältnisse nicht mitspielen. Außerdem müssen die Tiere trotz Weidegang zugefüttert werden.“
Nachdem der Betrieb Kugler das Seminarzentrum Gut Helmeringen bereits seit Jahren mit Eiern beliefert, wurde dort der Wunsch nach Kartoffeln immer lauter. „Deshalb haben wir uns entschlossen, neben Emmer und Dinkel zusätzlich Kartoffeln anzubauen.“ Der Bauernmarkt sei eine gute Gelegenheit, das neue Angebot vorzustellen. Ihr Getreide verkauft die Familie an „Himmelbäck Lenzer“ in Lauingen.

AELF präsentiert sich mit dem Thema Biodiversität

Mit dem Thema „Biodiversität“ wartete das AELF Wertingen am Bauernmarkt auf. Der Freistaat Bayern nehme den Erhalt der Biodiversität sehr ernst, versicherte Behördenleiter Magnus Mayer. Deshalb setze er sich in den Jahren 2019 und 2020 mit der „Naturoffensive Bayern“ gezielt für die Förderung von Lebensräumen, Artenreichtum und das Natur­erlebnis im Einklang mit den Menschen ein. „Vor diesem Hintergrund wollen wir die Bevölkerung beispielsweise für die ökologisch wertvollen Streuobstwiesen sensibilisieren“, bekundete Mayer.