Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Justiz

Allgäuer Tierskandal: Landwirte legen Revision ein

Das Bürgerliche Gesetzbuch und die Justitia liegen auf einem Tisch.
Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Donnerstag, 08.12.2022 - 12:04

Beim Landgericht Memmingen haben die beiden Landwirte aus Bad Grönenbach Revision eingelegt. Sie waren nach dem Skandal zu harten Strafen verurteilt worden.

Memmingen Die beiden Angeklagten haben im sogenannten Tierskandal von Bad Grönenbach Revision eingelegt. Zwei Landwirte, Vater und Sohn, waren vom Landgericht Memmingen verurteilt worden. Das Gericht sprach von „verheerenden Bedingungen“, die vor Ort geherrscht hätten. Die Stallungen seien völlig überfüllt gewesen. Den 68-jährigen Vater verurteilte das Gericht zu einer Haftstrafe von fünf Jahren auf Bewährung, seinen 25-jährigen Sohn Florian zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Außerdem sprach das Gericht ein fünfjähriges Haltungsverbot aus. Der 68-jährige Landwirt muss zudem 12.000 Euro Geldbuße an den Gnadenhof „Engelshof“ zahlen.

Verteidigung hat Revision eingelegt

Wie ein Sprecher des Landgerichts Memmingen gegenüber dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt bestätigte, habe die Verteidigung der beiden Landwirte gegen das Urteil Revision eingelegt. Von der Staatsanwaltschaft gab es hingegen keine Revision. Bei der Revision gehe es nun darum, „ob das Recht falsch angewendet wurde“, erklärt ein Gerichtssprecher. Ob ein derartiger Grund vorliegt, würde dann durch den Bundesgerichtshof geprüft werden. Das Urteil könne dann zurückverwiesen werden (und eine andere Kammer entscheidet) oder an ein anderes Gericht verwiesen werden. Zu einem Urteil seitens des BGH kommt es sehr selten.

Rechtsanwalt Alexander Chasklowicz bestätigte, dass er für den 68-jährigen Landwirt Revision gegen das Urteil eingelegt hat. „Es muss innerhalb einer Woche nach dem Urteil Revision eingelegt werden“, erklärt Rechtsanwalt Chasklowicz. Sobald die schriftliche Begründung des Gerichts zugegangen ist, werde er das Urteil prüfen. Sollten Rechtsfehler gemacht worden sein, könnte das ursprüngliche Urteil ganz oder teilweise aufgehoben werden. Bislang liegt die schriftliche Begründung des Urteils noch nicht vor. Diese wird, wie ein Gerichtssprecher dem Wochenblatt sagte, innerhalb der nächsten drei Monate zugehen.