Schwaben

Nicht alles zupflastern

Für Straßenbau geht wertvolles Ackerland verloren.
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Externer Autor
am Mittwoch, 14.10.2020 - 17:54

Augsburger Landjugend machen auf unnötigen Landverbrauch aufmerksam - und diskutieren das heiße Thema mit Abgeordneten.

Der Flächenverbrauch steigt stetig. Würde man den aktuellen täglichen Flächenschwund von 56 ha in Deutschland hochrechnen, wäre im Jahr 2800 der letzte Quadratmeter Fläche zugepflastert. Dieser Tag X scheint zwar noch in weiter Ferne, aber das Beispiel zeigt, dass jetzt gehandelt werden muss.

Auf Einladung des Vorsitzenden der Augsburger Landjugend, Martin Grob, stellten sich in Kloster Holzen der stv. Fraktionsvositzende der Freien Wähler-Landtagsfraktion, Johann Häusler, und deren Parlamentarischer Geschäftsführer, Dr. Fabian Mehring der politischen Diskussion mit dem landwirtschaftlichen Nachwuchs. Mit dabei waren auch die Augsburger Kreisbäuerin Andrea Mayr und Kreisobmann Martin Mayr. Die Jugendlichen forderten als erstes beispielsweise ein Verbot von Freiflächenparkplätzen.

Anreize und mit Respekt vor dem Eigentum

Wie Mehring erklärte, sollen auf Initiative der Freien Wähler derzeit sowohl der Bayerische Landesentwicklungsplan als auch die Bayerische Bauordnung überarbeitet und zugunsten von einer geringeren Flächenversiegelung neu ausgerichtet werden. „Das klappt aber nicht mit Verboten, sondern über geeignete Anreize und mit Respekt vor dem Eigentum“, meint der Parlamentarier.

Zudem, so Mehring, seien auch die Landkreise und Kommunen in der Pflicht, bei der Eindämmung des Flächenverbrauches mitzuhelfen: „Wenn man etwa auf dem Lechfeld einen Logistiker mit ausländischem Steuersitz nach dem anderen ansiedelt, muss man sich über Flächenverbrauch, Verkehrszunahme und Fachkräftemangel im Handwerk nicht wundern.“

Wie geht es mit den Biogasanlagen weiter?

Ein weiteres Anliegen der Teilnehmer war die aktuelle Situation der Biogasbranche. Es stehe immer noch nicht fest, wie es mit Biogasanlagen nach dem Ablaufen der 30-jährigen EEG-Förderung weitergeht. Außerdem werde der Anbau von insektenfreundlichen Pflanzen wie der Durchwachsenen Silphie massiv erschwert, wenn sie nicht von Beginn an als Substrat für die Biogasanlage genehmigt wurde. „Das ist ein Unding“, befand Johann Häusler. „Wenn Landwirte sich Gedanken machen, wie sie wirtschaftlich ihre Anlage betreiben und zugleich einen Beitrag zum Umwelt- und Artenschutz leisten können, dann sollte ihnen hier die Behörden keine Steine in den Weg legen. Die Durchwachsene Silphie sei eine hervorragende Alternative zum Mais, die verstärkt angebaut werden müsse.

Weitere Themen waren die Unklarheiten bei Gewässerrandstreifen, Herausforderungen bei der Umsetzung der Düngeverordnung und die Zukunft der Fleischer- und Metzgereibetriebe in der Region. Martin Grob dankte abschließend allen Anwesenden für die ehrliche und kurzweilige Diskussion. Zudem gelang es Grob, den 31-jährigenMehring spontan als Mitglied der Landjugend im Landkreis zu gewinnen.

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