Öko-Modellregion

Die Akteure finanziell beteiligen

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Josef Gutsmiedl
am Montag, 21.06.2021 - 09:04

Die „Öko-Modellregion Oberallgäu-Kempten“ wird bis Ende 2023 weiter gefördert. Auch die Gründung eines Unterstützer-Vereins wird geprüft.

Sonthofen/Lks. Oberallgäu Das Projekt „Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten“ wird weiter vom Landkreis und der Stadt Kempten unterstützt und finanziert. Allerdings sollen künftig auch die Nutznießer über eine „Akteursbeteiligung“ zur weiteren Finanzierung beitragen, sowie weitere Unterstützer gefunden werden. Die Förderung durch das Bayerische Landwirtschaftsministerium wird in den nächsten beiden Jahren von aktuell 60 auf 40 und dann 20 % abgesenkt. Der Eigenanteil wird entsprechend steigen.

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„Um die Finanzierung der Öko-Modellregion mit insgesamt 1,25 Personalstellen mittelfristig auf eine breitere Basis zu stellen, sollen die Akteure entlang der Wertschöpfungskette, die von der Arbeit des Projektes profitieren, mit in das Finanzierungskonzept eingebunden werden“, bestätigte Projektmanagerin Sarah Diem vor dem Kreisausschuss. Mit anderen Worten: Das Netzwerk der regionalen „Spieler“ – Vermarkter, Verarbeiter, Handel – solle einen Beitrag leisten. Nicht zuletzt, weil die staatliche Förderung schrittweise verringert wird und schließlich nach dem Jahr 2023 endet.

Gerade die Tatsache einer bloßen Nutznießerschaft war im vergangenen Jahre vom Oberallgäuer Kreistag kritisch hinterfragt und moniert worden. Eine weitere Beteiligung von Landkreis und Stadt Kempten wurde mit konkreten Schritten in Richtung Zukunftsperspektive verknüpft. Den diesjährigen Eigenanteil des Landkreises veranschlagt Sarah Diem bei 55 000 €. Die Eigenanteile des Landkreises Oberallgäu betragen in den beiden kommenden Jahren rund 72 000 und 92 000 €; die Stadt Kempten wird sich mit 36 000 und 46 000 € beteiligen.

Geprüft wird Diem zufolge auch die Gründung eines Unterstützer-Vereins mit Mitgliedsbeiträgen der Akteure aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Verbrauchern.Projektmanagerin Sarah Diem verwies auf einige Kernprojekte, die in den vergangen Jahren erfolgreich angestoßen wurden:

  • Mit dem Projekt „Allgäuer Hornochse“ wurden rund 300 Kälber regional vermittelt. Aktuell werde regionales Bio-Kalbfleisch vermehrt in Betriebskantinen und die Schulgastronomie der Hochschule Kempten platziert. Gerade der Bereich Außer-Haus-Verpflegung erfahre derzeit einen Schub, so Diem. Dem trage die Arbeit der Öko-Modellregion Rechnung.
  • Erfolgversprechend laufe auch das Projekt „Allgoiß“, wo es gelungen sei, sämtliche Jungziegen der Region zu vermarkten. Mit der Kreation „Ziegen-Schmortopf“ nahm die Öko-Modellregion sogar erfolgreich an einem Wettbewerb teil, wie Sarah Diem berichtete. „Regional und Bio ist gefragt wie nie zuvor“, so Diem. Die aktuelle Pandemie spiele dem Modellprojekt und seiner Zielsetzung in die Hände.

Kreisrat Peter Neßler brachte die Rolle der Öko-Modellregion auf den Punkt: Die kleinräumige, spezielle Struktur von vielen Neben- und Zuerwerbslandwirten sichere die bäuerliche Landwirtschaft in der Region indem sich viele Nischen eröffneten. „Noch weniger Bauern können wir uns hier nicht leisten!“ Neßler nannte die Leistungen der Öko-Modellregion „beispielhaft im Alpenraum“. Das Geld sei hier auf jeden Fall gut angelegt. Kreisbäuerin Monika Mayer pflichtete bei: „Die Modellregion muss über die Förderperiode weitergehen.“ Das „Kind“ werde laufen lernen, ist sie sicher. Josef Gutsmiedl