Protest

3.000 Traktoren und 4.500 Protestierende in Memmingen

Memmingen
Toni Ledermann
am Freitag, 06.12.2019 - 11:00

„Land schafft Verbindung“ übergibt Resolution an Ministerin Kaniber.

Memmingen/Lks. Unterallgäu - So etwas hat Memmingen noch nie gesehen: Aus allen Richtungen strömten Traktoren aus mehreren Landkreisen zum Tiroler Ring und der BayWa-Niederlassung, um für eine bessere Zukunft zu demonstrieren. Letztlich waren es rund 3.000 Zugmaschinen und etwa 4 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die die Organisationen intensiv unterstützten.

„Ohne Brot seid ihr auch in Not“, „Planwirtschaft – nein Danke“ und viele weitere Aussagen zur derzeitigen sehr negativen Situation in der Landwirtschaft, waren auf den Plakaten zu lesen, die mitgeführt wurden. Aber auch Kuhglocken und ein Protestteilnehmer mit einer Sense verdeutlichten die Wut der Landwirte, die sie intensiv verbal vortrugen. Aber es ging auch friedlicher: Ein Obstbauer aus Lindau hatte zwei Apfelbäumchen mitgebracht, die er irgendwo in Memmingen einpflanzen will, damit Bienen im Frühjahr kommenden Jahres verstärkt Nahrung finden.

Die Botschaft der Organisatoren richtete sich vor allem an Ministerin Michaela Kaniber die gekommen war, obwohl es am Mittag noch unklar war, ob sie es zeitmäßig schafft, vor den Bauern zu sprechen aber auch an Politiker und Medienvertreter. Das tat sie dann sehr ausführlich, nachdem  die Mitglieder von „Land schafft Verbindung“, dies waren Milchviehhalter Michael Schütz (Edenhausen bei Krumbach), Philipp Jens (Gemeinschafts-Biogasanlagenbetreiber aus Illertissen), der Obst- und Beerenbauer aus Meckenbeuern Stefan Maenner, Biobauer und Milchviehhalter Andreas Liebhaber aus Aletshausen und Milchviehhalter Christian Hartmann (Bergenstetten bei Altenstadt), der durch die BR-Sendung „Unser Land“ bekannt geworden ist. Der Titel lautete „Verbraucher, ohne Euch können wir aufgeben“.

Eindringlich schilderten die Sprecher dieser Organisation, der bundesweit rund 40.000 Mitglieder angehören, welche Sorgen ihnen auf den Nägeln brennen, die sie in ihrem Positionspapier an die Ministerin übergaben. Die Sprecher erläuterten auch , dass sie keine neue Organisation gründen wollen, sondern mit den bestehenden landwirtschaftlichen Verbänden zusammenarbeiten wollen.