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Schaden

Pfingstunwetter hinterlässt Spuren

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Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Mittwoch, 08.06.2022 - 15:42

Im Allgäu gab es weiße Pfingsten und vereinzelt massive Hagelschäden. Doch überwiegend sind die Landwirte mit einem „blauen Auge“ davongekommen.

München Bayerns Landwirte sind bei dem Unwetter an Pfingsten weitestgehend glimpflich davongekommen. Die Gewitterzellen hätten sich vor allem in den nicht ackerbaulich genutzten Voralpenregionen Bayerns entladen, teilte die Vereinigte Hagel dem Wochenblatt mit. Gewitterschwerpunkte seien Schwaben, das westliche Oberbayern und die Voralpen gewesen. Nachdem es sich hier um typische Grünlandregionen handelt, kam es nur zu wenigen Schäden an Ackerbaukulturen.

Unwetter-Pfingsten-Bayern

Nach ersten Schätzungen soll sich die bei der Vereinigte Hagel gemeldete Versicherungssumme vom Pfingstwochenende auf rund 5 Mio. € belaufen. Punktuell seien recht schwere Schäden an Ackerbaukulturen aufgetreten. Vornehmlich betroffen war dabei Mais, aber auch Raps und Getreide. Gravierender seien die Schäden an Ackerbaukulturen Richtung Osten, im östlichen Oberbayern und Niederbayern, gewesen. Besonders betroffen sind dabei laut Vereinigte Hagel die Landkreise Mühldorf am Inn, Rottal-Inn sowie die südliche Region des Landkreises Dingolfing-Landau. Aus diesen Landkreisen gingen bislang die meisten Schadensmeldungen ein, sagte Philipp Schönbach, Bezirksdirektor der Vereinigte Hagel in Nürnberg. „In Summe sind wir und unsere versicherten Mitglieder und Kunden aber mit einem blauen Auge davongekommen.“

Das bestätigte der Bayerische Bauernverband. Vereinzelt kam es zu Schäden durch Erosion, beispielsweise im niederbayerischen Landshut und Kelheim. Im Bereich Zwiesel/Bärnzell (Lks. Regen) fielen zwischen 5000-7000 fm Windwurfholz an. Auch im Bereich Amberg-Sulzbach in der Oberpfalz sei es vereinzelt zu Starkregen gekommen. Aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab meldete der BBV vereinzelte Abschwemmungen. Aufsehen erregten Aufnahmen aus dem Allgäu: Hier sorgten die Unwetter vereinzelt für weiße Pfingsten. Wie Schnee überzogen Hagelkörner die Landschaft. Vom Hagel zerdrückt wurde etwa das Grünland von Albrecht Zinth aus Weiler-Simmerberg (Lks. Lindau). Der Hagel hätte seine gesamten 20 ha „geradezu zerhäckselt“, berichtete er.