Bayerbach

Den Zusammenhalt stärken

Bauerntag
VG
am Dienstag, 14.01.2020 - 09:57

Ex-BBV-Präsident Gerd Sonnleitner zu Gast beim Jahrtag des Bauern- und Bürgerhilfsvereins Bayerbach.

Bayerbach/Lks. Rottal-Inn - Einen etwas anderen Bauernjahrtag hatte Vorstand Michael Lindinger vom Bauern- und Bürgerhilfsverein angekündigt – und er hat Wort gehalten. Es dürfte wohl der Ehrengast gewesen sein, der für großen Zulauf sorgte: Gerd Sonnleitner, langjähriger Präsident des Bayerischen, Deutschen und Europäischen Bauernverbandes.

Dieser machte im vollbesetzten Gasthof zur Mühle eingangs deutlich, dass er viele familiäre Bezugspunkte auch nach Bayerbach hat. Auf den Bauernjahrtag legte er großen Wert. Das stärke den Zusammenhalt, so Sonnleitner. Und den brauche es als Stabilisierungsfaktor in der Gesellschaft.

Gerd Sonnleitner plauderte über seine eigene Geschichte, über die Entwicklung auf seinem Hof und das, was er an dem Beruf immer schätzte: „Als Bauer war ich immer ein selbständiger Mensch“. In seiner Ansprache suchte er ein ums andere Mal Bezüge zur Bibel, hielt es da vor allem mit dem Alten Testament: „Aug um Aug, Zahn um Zahn“, sagte er. Ganz gleich in welcher Epoche, die Bauern seien es stets gewesen, die die Grundlagen geschaffen haben. Das sei bei den alten Ägyptern nicht anders gewesen als bei den Griechen und im alten Rom, ebenso zur Zeit der Industrialisierung mit Kohle und Stahl.

Mangelnde Wertschätzung ist historich

Eines habe sich aber auch durch alle Epochen gezogen, nämlich die mangelnde Wertschätzung in der Gesellschaft. Sonnleitner sprach gar von einer „Erblast“ und forderte: „Wir müssen aufzeigen, was Bauernfamilien Großartiges leisten.“ Aktuell müsse eine vierköpfige Familie nur noch 12 % des Einkommens für Ernährung ausgeben. 1950 seien das noch 50 % gewesen. „Die Ausgleichszahlungen sind da nur Pipifax gegenüber den Vorteilen, die die Gesellschaft hat“, ärgerte er sich. Und trotzdem müssten Menschen an Tafeln anstehen.

Sonnleitner wehrte sich gegen in seinen Augen überzogene Auflagen. Beispiel Nitratbelastung im Wasser. „Das Umweltministerium sagt, wir haben das beste Trinkwasser auf der ganzen Welt. Kurze Zeit darauf wird die Situation als fürchterlich dargestellt“. 8 bis 12 % des Wassers habe eine Belastung von über 50 mg, bestätigte er. „Aber früher lag der Grenzwert bei über 100“. Und es gebe viele Bereiche, in denen große Fortschritte feststellbar seien, etwa in der Innebene.

Sonnleitner sprach sich auch für regionale Vermarktung aus. „Regionales ist gut, es bringt mehr Wertschätzung und ist nach wie vor ausbaufähig“, meinte er. Grundsätzlich empfahl er, am Image zu arbeiten und die eigenen Leistungen herauszustellen