Große Beutegreifer

Der Wolf ist wieder auf Tour in Ostbayern

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Gerd Kreibich Portrait
Gerd Kreibich
am Donnerstag, 13.05.2021 - 10:40

Die Zahl der Angriffe von Wölfen in Ostbayern ist um ein dramatisches Beispiel angewachsen. Bei den Landwirten wachsen die Sorgen.

Neumarkt/Vilshofen Die Zahl der Angriffe von Wölfen in Ostbayern ist wieder um ein dramatisches Beispiel angewachsen: Am Dienstag, 27. April, wurden vier tote Schafe und ein verletztes Schaf im Raum Hohenfels im Kreis Neumarkt aufgefunden.

Ein Mitglied des Netzwerks Große Beutegreifer hatte den Fall vor Ort dokumentiert und Proben für die Genanalyse genommen. Das Ergebnis der Analyse durch das nationale Referenzlabor liegt jetzt vor und bestätigt einen Wolf als Verursacher. Weitere Untersuchungen zur Herkunft und zur Individualisierung dauern noch an.

Interessenverbände, Behörden und die Vertreter von Nutztierhaltern wurden bereits informiert. Zur Prävention von Übergriffen haben Nutztierhalter im östlichen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz die Möglichkeit, die Investition in Herdenschutzmaßnahmen vollständig gefördert zu bekommen. Nähere Auskünfte hierzu erteilt das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Schäden, die Nutztierhaltern durch Wolfsrisse entstehen, können im Rahmen der Ausgleichsregelung Große Beutegreifer kompensiert werden.

Die Chefredakteure der drei großen Agrarmedien agrarheute, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt sowie LAND & FORST zeigen die Problematik rund um den Wolf in einem Video auf. Hier sehen Sie das Video

Fotografisch dokumentiert werden konnte ein Wolf aktuell in der Nähe von Vilshofen. Eine Spaziergängerin hatte das Tier fotografiert, war sich erst nicht sicher, ob es sich um einen Wolf oder einen Hund handelte und schickte die Fotos deshalb an Jagdpächter Markus Semmler.
„Ich bin ja auch kein Wolfsexperte, habe die Bilder also an Fritz Birkeneder weitergeleitet, er ist Wolf- und Luchsbeauftragter der Kreisgruppe Vilshofen im Jagdverband – und der war ebenfalls der Meinung, dass es sich um einen Wolf handelt. Deshalb haben wir eine entsprechende Meldung an das LfU geschickt.“ Was dem erfahrenen Jäger aufgefallen ist: „Seit der Wolf, vermutlich ein junger Rüde, hier aufgetaucht ist, hat sich im Wald kein Reh mehr sehen lassen“, bestätigt er im Gespräch mit dem Wochenblatt.