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Grosser Beutegreifer

Wolf reißt neun Schafe in der Oberpfalz

Raubtier
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Redaktion Wochenblatt
am Mittwoch, 18.05.2022 - 20:32

Im Bereich des Manteler Forsts kam es im Landkreis Neustadt an der Waldnaab zu dem Übergriff. Das LfU rät zur Vorsicht.

Neustadt an der Waldnaab Die Genanaylsen haben es bestätigt: Für die Risse im Bereich des Manteler Forsts im oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab ist ein Wolf verantwortlich. Bei zwei Übergriffen sind in der ersten Maihälfte neun Schafe ums Leben gekommen, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mitteilte. Mitglieder des Netzwerks Große Beutegreifer haben nach Angaben des LfU jeweils die Situation vor Ort begutachtet und genetische Proben genommen. Erste Erkenntnisse aus der Genanalyse von Anfang Mai haben, wie es in der Mitteilung heißt, „einen Wolf als Verursacher“ ergeben. Die Individualisierung sei noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse der Probennahme des zweiten Ereignisses liegen noch nicht vor. Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden informiert.

Das LfU rät allen Nutztierhaltern der Region, ihre Tiere vor Übergriffen durch den Wolf z. B. mit einer wolfsabweisenden Zäunung zu schützen. Der Ort der Ereignisse liegt in einem Gebiet mit standorttreuen Wölfen und innerhalb der Kulisse der „Förderrichtlinie Investition Herdenschutz Wolf“. Nutztierhalter, deren Flächen innerhalb der Förderkulisse liegen, können Investitionen für die Einrichtung wolfsabweisender Zäune bis zu 100 % gefördert bekommen. Anträge sind bei den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu stellen.

Das LfU bittet ferner darum, etwaige Übergriffe auf Nutztiere sowie auch weitere Beobachtungen unmittelbar dem LfU, Fachstelle Große Beutegreifer, zu melden, damit unverzüglich weitere Schritte wie beispielsweise Rissbegutachtung und Probeentnahme für genetische Analysen veranlasst werden können. Um eine möglichst hohe Probenqualität und Verwertbarkeit der Ergebnisse – ggf. auch im Rahmen rechtlicher Verfahren – sicherzustellen, sollten Proben nur von vom LfU bestellten Personen entnommen werden.

Der Wolf sorgte zuletzt auch politisch immer wieder für Diskussionen. Immer wieder gibt es Forderungen, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) sieht die Jubeltiraden gegenüber den Weidetierhaltern kritisch: „Wer mit dem Vorschlag der Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht eine Lösung vorgaukelt, handelt unseriös“, meint sie. Doch es gibt auch andere Stimmen. Hier lesen Sie mehr zum Thema.