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Düngung

Wintergerste und Raps verwerten die frühe Güllegabe

Raps
Helga Gebendorfer
am Montag, 27.04.2020 - 09:26

Vom Vergleich zeitiger Frühjahrsdüngung mit ungedüngter Fläche konnten sich Landwirte, Bürgermeister, Politiker und Vertreter der Wasserzweckverbände beim Pressetermin auf dem Betrieb von Franz Vilser ein Bild machen.

Rohr/Lks. Kelkheim - Eingeladen hatten die BBV-Kreisverbände Kelheim mit Kreisobmann Thomas Obster und Landshut mit Kreisobmann Georg Sachsenhauser. Anlass war ein Bericht des Wasserzweckverbandes in der örtlichen Tageszeitung mit der Feststellung, dass eine frühzeitige Gülleausbringung auf Winterungen nur das Grundwasser belasten würde und keine sinnvolle Düngungsmaßnahme sei.

Beim Vor-Ort-Termin war zu erfahren, dass Franz Vilser auf seinem Betrieb mit kombinierter Zuchtsauen- und Mastschweinehaltung die Witterung in der ersten Februarwoche nutzte, Gülle mit Schleppschuhverteiler auf Wintergerstenfläche auszubringen. Der leichte Bodenfrost frühmorgens von sechs bis circa neun Uhr erlaubte ihm diese Maßnahme.

Ein deutlich sichtbarer Entwicklungsvorsprung

Neben rund 50 Landwirten und Bäuerinnen konnten sich auch Landtagsabgeordnete Ruth Müller und der Bürgermeister des Marktes Rohr Andreas Rumpel von der derzeit bereits sichtbaren Auswirkung der Düngung überzeugen. Die gedüngten Flächen zeigten einen deutlichen Entwicklungsvorsprung und bessere Bestockung als die nicht gedüngten Flächen. Seitens des Vertreters des Erzeugerringes für Pflanzenbau in Niederbayern wurde zudem fachlich dargelegt, dass gerade Wintergersten- und Rapsbestände aufgrund des milden Winters bereits jetzt schon erhebliche Mengen an Stickstoff und weiteren Nährstoffen benötigen, um die Ertragsanlagen vollends ausbilden zu können.
Gleichzeitig betonte Betriebsleiter Franz Vilser, dass seine Flächen zum Moment der Besichtigung nicht mehr befahrbar waren und eine Verbesserungen der Situation da auch nicht abzusehen war. Wegen der ansteigenden Temperaturen benötigten die Pflanzen jedoch dringend Nährstoffe zur Bestandsentwicklung.
Nach längerer sachlicher Diskussion der Landwirte mit den Vertretern vom Bauernverband und Politik waren sich alle einig, dass Bewirtschaftungs- und Düngevorgaben nicht nach Kalendertagen zu regeln sind, sondern den Witterungsverhältnissen angepasst werden müssen. Zusätzlich betonten alle anwesenden Landwirte einstimmig, dass sie genauso wie jeder Verbraucher sauberes Grund- und Trinkwasser haben wollen. Aber die derzeitigen und weiter geplanten Auflagen und Reglements gingen einseitig zu Lasten der bäuerlichen Betriebe, dies werde den Bestand der bäuerlichen Betriebe in Zukunft noch stärker gefährden.