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Waldbesitzer

Windkraft und Wald sind gut zu vereinbaren

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Christian Melis
am Freitag, 17.06.2022 - 06:58

Den WBV Landau a.d. Isar gibt es seit 70 Jahren. Minister Hubert Aiwanger ermuntert zu intensiver Nutzung der Wälder.

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Oberhöcking/Lks. Dingolfing-Landau Zur Feier des 70-jährigen Bestehens hatte die Waldbauernvereinigung Landau im Saal des Gasthauses Schachtner den stellvertretenden Ministerpräsidenten zu Gast. Hubert Aiwanger, der selbst einen kleinen Wald bewirtschaftet, motivierte in seiner Festansprache die Waldbauern, ihre Wälder intensiv zu nutzen: „Nutzen ist der beste Schutz.“

Die Wälder werden aber noch wenig genutzt, sagte Aiwanger. Sie gehören seiner Ansicht nach auch früher geerntet. Er appellierte auch an die Sägewerke, faire Verträge abzuschließen, um herauszukommen aus der Hektik der Märkte, und damit Kontinuität zu ermöglichen. „Bayern verfügt über rund eine Milliarde Festmeter Holz, rund 37 Prozent der Fläche ist bewaldet, da ist noch Luft bei der Nutzung.“

Eines klares Bekenntnis zur Fichtennutzung

Aiwanger warnte aber auch, der Fichte den Garaus machen zu wollen und ermunterte zu einer vernünftigen Risikostreuung durch verschiedene Baumarten: „Da gehört die Fichte dazu.“ Ohne sie sei die Bauwirtschaft am Ende. Der Wirtschaftsminister bezeugte seinen Respekt vor der Arbeit der Waldbauern und sprach seinen Dank der gesamten Branche aus, sonst wäre ein Großteil der Wälder nicht bewirtschaftet mit fatalen Folgen.

Nicht nur als Baumaterial, Verpackung oder Brennholz stehe der Rohstoff im Mittelpunkt, sondern auch als Alternative zu fossilen Brennstoffen und damit Beitrag zum Klimaschutz. Holz als Energieträger müsse noch mehr gepusht werden. Die Waldbesitzer dürfen sich auch dem Thema Windenergie nicht verschließen, sagte Aiwanger. Windräder in den Wäldern seien eine Chance, Geld zu verdienen. Damit entstünden auch praktische Holzlagerflächen und Forststraßen. „Windkraft und Waldnutzung ist sehr gut vereinbar. Gehen Sie offen mit dem Thema um!“

Es war die 70. und damit eine Jubiläumsversammlung, zu der Vorsitzender Eder im Schachtner-Saal begrüßt hatte. Die WBV Landau zählt aktuell 1664 Mitglieder mit einer gesamten Waldfläche von 6513 Hektar. Dank der Bundeswaldprämie gebe es, so der Vorsitzende, einen erfreulichen Flächenzuwachs. Rund die Hälfte der WBV-Mitglieder haben eine Fläche zwischen einem und fünf Hektar Wald.

Den Geschäftsbericht legte Geschäftsführer Dominik Hiergeist vor. Knapp 34 000 Festmeter Holz wurden vermarktet, der Löwenanteil davon Käferholz. Nach einem Allzeittief des Holzpreises von unter 30 Euro wurde nun ein so hoher Wert erreicht wie seit 30 Jahren nicht mehr. Hiergeist sprach von 120 Euro, die Differenz zum Käferholz beträgt rund 20 Euro. Tanne und Douglasie sind inzwischen die zwei führenden Baumarten bei der Anpflanzung, „wir sind voll im Waldumbau“. Fichte hat einen Anteil von zehn Prozent und wird damit fast nicht mehr gepflanzt.

WBV steht bereits voll im Waldumbau

Einen Rückblick auf 70 Jahre Waldbauernvereinigung hatte der ehemalige und langjährige Geschäftsführer Franz Xaver Eckl zusammengestellt. Er ging dabei auch auf die Anfänge ein. Nur drei Vorsitzende hatte es in all den Jahren gegeben, anfangs Franz Limbrunner aus Parnkofen, in den Jahren 1959 bis 1991 Alois Apfelböck aus Schreieröd und seit 1991 Eduard Eder aus Ölling. Dieser wurde spontan von seinen Stellvertretern für die langjährige Tätigkeit geehrt. Ebenso erhielt Alfons Leeb aus Wallerfing eine Auszeichnung, für seine langjährige Tätigkeit auf. Bei der Wahl wurden die Vorsitzenden in ihren Ämtern bestätigt: Vorsitzender bleibt Eduard Eder, 1. stellvertretende Vorsitzende ist Susanne Fischer und 2. stellvertretender Vorsitzender Franz Limbrunner. Christian Melis