Naturschutz

Wende in Agrarpolitik und beim Klimaschutz

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Markus Bauer
am Dienstag, 17.03.2020 - 09:53

BUND in der Oberpfalz blickt auf das Jahr 2019 zurück.

Regensburg - Bilanz über Ereignisse und Aktivitäten im Jahr 2019 vor allem für die Oberpfalz zog der BUND Naturschutz für die Oberpfalz im Naturkundemuseum Ostbayern. Die BUND-Vertreter gingen aber auch auf anstehende Herausforderungen ein.

Als „Jahr der Extreme“ bezeichnete der Landesvorsitzende Richard Mergner das Jahr 2019 (heißester Julitag seit den Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1881) und kam damit auch auf die belastende Situation im Wald, wo neben der Fichte nun auch die Kiefer stark betroffen sei. „Die ökonomischen Schäden gehen in Deutschland in die Milliarden“, stellte der Landesvorsitzende fest. Er plädierte dafür, den jungen Wald bzw. die Naturverjüngung am besten ohne Zäune sich entwickeln zu lassen. Daher gilt für ihn der Grundsatz „Wald vor Wild“.

Gesellschaftsvertrag für die Landwirtschaft

Natürlich würdigte Mergner das Bürgerengagement beim Volksbegehren zum Artenschutz, wobei er als Hauptinhalt die „Rettung von Bienen und Bauern“ betonte. Das Volksbegehren habe ein „intensives Umdenken“ zur Folge gehabt – und einen „guten Runden Tisch“, aber auch Demonstrationen von Landwirten. Heuer möchte der BUND daher einen Runden Tisch einberufen mit dem Ziel, einen neuen Gesellschaftsvertrag für die Landwirtschaft zu erarbeiten, da – so die Meinung Mergners – „die agrarpolitischen Rahmenbedingungen nicht stimmen“. Viele Hofaufgaben in den vergangenen 20 Jahren würden dies verdeutlichen.

Weiter nannte der Landesvorsitzende die Fridays-for-future-Bewegung mit entsprechendem Einfluss auf Politik, Gesellschaft und Medien und ihrem Einsatz für eine klare Energiewende und Klimaschutz. Eine Wende in der Agrarpolitik und Klimaschutz nannte Mergner auch als zentrale Herausforderungen. Dazu kommen für den Landeschef der Flächenverbrauch, Verstärkung der Ökoschiene bei Produkten, das Tempolimit auf Autobahnen, die Stromtrassen und die Belebung der Energiewende (erneuerbare Energien oder Bauen mit Holz in öffentlichen Gebäuden als Vorreiter). Bei der Windenergie bzw. Windkraftanlagen lautet die Forderung, „die alte Regionalplanung wieder in Kraft zu setzen“ und insbesondere die 10-H-Regelung fallen zu lassen.

Hier knüpfte der Landesbeauftragte des BUND Naturschutz Martin Geilhufe an. Er wies auf einen von 100 Bürgermeistern verschiedener Parteien unterzeichneten Appell hin, die 10-H-Regelung abzuschaffen. „Das ist ein klares Signal für den Ausbau der regenerativen Energien, die Akzeptanz für erneuerbare Energien wird größer“, so Geilhufe. An die bayerische Staatsregierung richtete er den Appell, mehr zu machen und bisweilen geäußerte visionäre Gedanken auch umzusetzen.