Tagung

Wegen Corona Düngeverordnung online diskutiert

Elisabeth Ammer
am Donnerstag, 10.12.2020 - 07:47

Online-Konferenzen stehen seit den Corona-Einschränkungen auf der Tagesordnung, auch unter Landwirten.

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In Firmen stehen Online-Konferenzen seit den Corona-Einschränkungen auf der Tagesordnung, beim BBV betritt man hier noch etwas Neuland, aber es funktioniert: Im BBV-Kreisverband Straubing fand mit knapp 100 Teilnehmern die erste Online-Veranstaltung zum Thema Düngeverordnung statt. „Das ist derzeit eine der wenigen Möglichkeiten, um die Mitglieder zu informieren“, stellte Niederbayerns BBV-Bezirkspräsident Gerhard Stadler fest.

Im Landkreis Straubing-Bogen stehe man vor der Sondersituation, dass es fünf Grundwasserkörper gebe und zusätzlich noch zwei weitere in die Region hereinragen, so Stadler. Die gesamte Region wurde als Rotes Gebiet eingestuft. „Dies war fachlich nicht nachvollziehbar, deshalb wurde gemeinsam mit Land schafft Verbindung eine Interessengemeinschaft gegründet, die auch juristisch tätig werden kann. Stadler bat um Beitritt zu dieser Solidargemeinschaft, verwies aber auch auf die verpflichtende Aufgabe der Landwirtschaft, die Wasserqualität zu sichern.

Düngeverordnung praxisnah regeln

Die Novelle der Düngeverordnung trat am 1. Mai 2020 in Kraft, wie Hubert Hofmann als BBV-Bezirksgeschäftsführer in Erinnerung rief. Er griff einige Aktivitäten des BBV heraus, die deutliche Verbesserungen bewirkten. „Es ist unser Ziel, die Regelungen der Düngevorordnung möglichst praxistauglich zu gestalten.“ Die Düngeverordnung erlege allen Betrieben weitere Vorschriften auf, nicht nur im Roten Gebiet. „Ab 2025 sieht die DüV bei der Ausbringung von Wirtschaftsdünger eine Einarbeitungsfrist von einer Stunde vor“, verwies Hofmann auf eine „absolut praxisfremde“ Regelung.

Rote Gebiete reduziert, aber neue Betroffenheiten

Die Karten der neuen Gebietskulisse liegen jetzt vor. Es sei ein großer Erfolg, dass die Roten Gebiete erheblich reduziert werden konnten, wie Hofmann betonte: „Wir sind uns aber sehr wohl bewusst, dass auch neue Betroffenheiten geschaffen wurden“, bedauerte Hofmann.

Die Gelben Gebiete sind eine neue Gebietskulisse, die den Phosphor betrifft, sie gilt ab dem 1. Januar 2021. „Es ist problematisch, dass eine Abgrenzung der Einflussfaktoren auf P-Gehalte in Gewässern sehr schwierig ist.“