Initiative

Weg wie warme Semmeln

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Melanie Bäumel-Schachtner
am Donnerstag, 07.01.2021 - 08:03

Wasserschutzbrot: Mehl stammt zu 100 Prozent aus Schutzgebiet Moos.

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Knackige Kruste, saftiges Innenleben und ganz frisch: So wanderte das neue „Waldwasserbrot“ mit dem außergewöhnlichen Namen „Neptun“ schon am ersten Verkaufstag viele Male über den Tresen des Bäckermobils der Bäckerei Betzinger in Aholming im Kreis Deggendorf. Zum ersten Mal kam kürzlich das neue Waldwasserbrot „Neptun“ in den Verkauf und erwies sich gleich als Renner. Dass man mit dem Anlaufen des Verkaufs zufrieden ist, bestätigte Bäckermeister Michael Betzinger.

Noch ein Wasserschutzbrot? Ja, aber ein ganz Besonderes: „Anders als bei anderen Wasserschutzbroten kommt in das Neptun-Brot zu 100 Prozent Mehl aus dem Wasserschutzgebiet Moos“, erklärt Wasserberater Alois Dorfmeister vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Deggendorf, der die Initiative koordiniert.

Aufwand der Landwirte wird entschädigt

Das Waldwasserbrot vereine Regionalität mit Ressourcenschutz, machte er deutlich. Die Anbaufläche beträgt derzeit 1200 ha.

Man sei stolz darauf, dass das Wasser in Moos derzeit keine nennenswerte Nitratbelastung aufweise, sagt Hermann Gruber, Werkleiter des Wasserversorgers Waldwasser: „Wir wollen aber auch, dass das so bleibt, deshalb sind wir gerne mit im Boot. Die Zusammenarbeit mit den Landwirten im Wasserschutzgebiet ist übrigens ganz hervorragend, und das ist tatsächlich keine Selbstverständlichkeit. Toll, wie alle mitziehen und wie vertrauensvoll das Verhältnis ist.“

Die Landwirte erhalten dafür, dass sie Wasserschutzgetreide anbauen, eine Aufwandsentschädigung, erklären Dorfmeister und Gruber. Denn der Anbau im Wasserschutzgebiet erfordert mehr Aufwand bei gegebenenfalls auch weniger Ertrag.

Die Landwirte lassen die Spätdüngung weg, halten sich an die Obergrenze der Gesamtdüngungsmenge von 160 kg N/ha und Jahr, verzichten ganz auf bestimmte Pflanzenschutzmittel, dürfen keinen Klärschlamm ausbringen und lassen zweimal jährlich den Boden untersuchen.

Ist das Getreide geerntet, muss eine Herbstbegrünung erfolgen und – sollte eine Zwischenfrucht angebaut werden – darf diese im Herbst nicht gemulcht oder eingearbeitet werden.

Im nächsten Jahr geht es weiter

Das Konzept überzeugte auch die Landwirte, sodass es im nächsten Jahr weiter geht: „Das neue Getreide ist natürlich schon angebaut“, freut sich Alois Dorfmeister über die Fortsetzung.

Angebaut werden Weizen und Roggen, wobei der Weizen weniger Proteingehalt aufweist als zum Beispiel der viel gefragte Eliteweizen mit 14 % Proteingehalt. Dass dennoch ein gutes Brot daraus wird, das bestätigte Bäckermeister Michael Betzinger, und auch Alois Dorfmeister ist nicht nur von dem Produkt begeistert, weil er es mitinitiiert hat: „Es schmeckt nach fast einer Woche immer noch top“, so sein Urteil.

Derzeit ist das Waldwasserbrot nur in der Bäckerei in Aholming erhältlich, im kommenden Jahr soll es auch bei Globus in Plattling verkauft werden, wie Marktleiter Dieter Reis verkündete.

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