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Rückblick

WBV Kelheim-Thaldorf zieht positive Bilanz

WBV-KEL-Thaldorf_gk
Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 01.07.2021 - 07:33

Trockenheit und der Borkenkäfer haben den Wäldern stark zugesetzt. Doch inzwischen hat sich die Situation deutlich entspannt.

Kelheim „Die vergangenen zwei Jahre waren für die Waldbesitzer nicht rosig“, fasste Vorsitzender Rupert Gruber bei der digitalen Jahreshauptversammlung zusammen. 2020 musste die Versammlung sogar ganz ausfallen. Trockenheit, Borkenkäfer und Frühjahrssturm haben laut Gruber den Wäldern stark zugesetzt und die Preise erreichten einen historischen Tiefpunkt.

„Inzwischen hat sich die Situation wieder entspannt, hoffentlich erholt sich auch der Wald“, erklärte er und wies darauf hin, dass diese Sorge mittlerweile auch in Politik und Gesellschaft angekommen ist. Die staatliche Förderung könnten die Waldbesitzer gut gebrauchen. „Das ist eine Investition in die Zukunft der Wälder und damit auch für das Klima“, meinte er. Allerdings war er überzeugt, dass es mit dem Waldumbau alleine nicht zu schaffen ist, den Temperaturanstieg massiv zu bremsen. Hierfür sei auch die Hilfe der Gesamtbevölkerung notwendig.

Kelheim hat den Käfer bislang gut im Griff

In seinem Grußwort berichtete Dr. Joachim Hamberger, Leiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg, dass das alle drei Jahre zu erstellende Vegetationsgutachten als Basis für die Abschlussplanung fertig ist. In diesem Zusammenhang appellierte er an die Waldbesitzer, sich im Dialog einzubringen. „Aktuell haben wir den Käfer gut im Griff“, bestätigte Hamberger mit großem Kompliment an die Waldbauern und Förster, die dafür gut mitgearbeitet haben. Jetzt gelte es, das hohe Niveau zu halten und wachsam zu sein. Als sehr erfreulich bezeichnete er den derzeitigen Holzpreis im Vergleich zum Vorjahr. Darum empfahl er, angesichts des Klimawandels mit Durchforstungen Stress aus dem Bestand zu nehmen und großzügig Holz zu machen. „Bei halbwegs guten Preisen ist das die beste Investition in die Zukunft Ihres Waldes“, meinte Hamberger und bat die Zuhörer, bei der Waldarbeit vorsichtig zu sein.
„Es sind keine guten Zeiten für den Wald, die Waldbesitzer und die WBV“, kommentierte Geschäftsführer Ottmar Kürzl die aktuelle Lage. Der Wald leide unter steigenden Temperaturen, knappen Niederschlägen und Kalamitäten. „Auch wenn es in unserer Region in den letzten zwei Jahren nicht so schlimm war und wir einigermaßen glimpflich davongekommen sind“, fügte er hinzu. „Auch der WBV ging es nicht gut, weil der Holzumsatz fehlte“, berichtete der Geschäftsführer.

Zufrieden sein auch in schwierigen Zeiten

Demnach kamen 2019 insgesamt 31 400 Fm und 2020 24 700 Fm zusammen. Die 41 300 Vermarktungseinheiten vor zwei Jahren teilten sich auf in 23 700 Fm Rundholz, 6200 Fm Waldhackschnitzel und 1500 Fm Schichtholz. „2019 war gerade noch im Bereich eines normalen Jahres“, bekräftigte er. 2020 ergaben sich 33 200 Vermarktungseinheiten – 17 900 Fm Rundholz, 5300 Fm Waldhackschnitzel und 1500 Fm Schichtholz. 320 Mitglieder vermarkteten über die WBV. „Das bedeutet ein unterdurchschnittliches Jahr für die WBV. Wir müssen in diesem schwierigen Jahr zufrieden sein“, meinte Kürzl, der bemerkte, dass sich in Normaljahren die Holzvermarktung zwischen 30 000 und 40 000 Fm bewegt. 2019 betrug die Normalnutzung 73 %, der Käferholzanteil 19 % und der Sturmholzanteil 8 %. Die Zahlen für das Jahr 2020: Normalnutzung 66 %, Käferholz 12 % und Sturmholz 22 %. „Solange die Normalnutzung rund zwei Drittel ausmacht, können wir zufrieden sein“, erklärte Kürzl.

Er blickte zudem sehr zuversichtlich auf den Holzmarkt 2021. „Es schaut gut aus. Die Sägewerke sind bestens ausgelastet, Holz ist gefragt und ich kann mir vorstellen, dass infolgedessen die Preise bald einen Sprung nach oben machen.“

Mitgliederzahlen zeigen einen positiven Trend

Ein positiver Trend lässt sich bei den Mitgliederzahlen der Waldbesitzervereinigung Kelheim-Thaldorf ausmachen. Diese stieg auf 1551 Mitglieder, die wiederum für 10 550 ha Wald stehen. Es bestehen 20 private Waldpflegeverträge mit 570 ha und 26 kirchliche mit 155 ha. Der Jenz-Mobilhacker war im letzten Jahr 646 Stunden und der Eschlböck-Hacker 110 Stunden im Einsatz.