Jahresversammlung

WBV Hemau: Kein Gewinn aus dem Wald zu holen

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am Freitag, 27.03.2020 - 10:00

Es war kein gutes Jahr, nicht gewinnbringend – auch wegen des Holzpreisverfalls.

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Hemau/Lks. Regensburg - Dies stellte der Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Hemau Josef Achhammer bei der Jahreshauptversammlung fest. Aber er relativierte auch: beim Borkenkäfer sei es anders gekommen als vermutet, „wir haben das Beste in der Situation gemacht“. Ferner verwies er auf die Generationen übergreifende Waldarbeit.

Stürmische Zeiten müssen verkraftet werden

Von „stürmischen Zeiten“ - angesichts des jüngsten Sturms namens Sabine – sprach auch der 1. WBV-Vorsitzende Andreas Schmid in seiner Begrüßung, in der er zahlreiche Ehrengäste willkommen hieß.
Auch 2019 sei trocken und heiß gewesen, doch der Borkenkäfer habe sich durch kühle und regnerische Wochen im April nicht so stark wie prognostiziert entwickelt, informierte Geschäftsführer Achhammer. Daher seien auch geringere Schadholzmengen angefallen. Zudem habe sich die insektizidfreie Bekämpfung des Borkenkäferns bewährt, auch wenn die Wasserversorgung im Boden weiterhin schwierig sei und die Sonnenstunden erheblich gestiegen seien.

Papierholzvermarktung ist deutlich eingebrochen

Bei der Holzvermarktung mache Fichte Kurzholz den größten Anteil aus vor Fichte Langholz. Gestiegen seien angesichts der Umstände die Hackschnitzel, stark eingebrochen sei, so Achhammer die Papierholzvermarktung, die knapp hinter dem Brennholz liegt. Insgesamt wurden 32 450 fm Holz vermarktet, was einen Rückgang von 9239 fm gegenüber dem Vorjahr bedeutet. 4420 fm davon wurden bei 51 Harvestereinsätzen geerntet. Der WBV Hemau gehören nun 987 Mitglieder an (einer weniger als im Vorjahr), die Waldfläche hat jedoch um 52 ha auf 7793 ha zugenommen. Dass sehr viel für die Aufforstung getan wird, zeigt die Vermittlung von 105 900 Forstpflanzen, wobei hier das Laubholz 33 % ausmacht. Beim Nadelholz überwiegt immer noch die Fichte (51 %) vor der Weißtanne (11,6 Prozent). Auch die Zahlen der Forstdrahtgeflechte (291 Rollen = 14,5 km) und der Pfähle (2369 Stück) belegen dies. Die vielen verkauften Materialien für Forstpflanzeneinzelschutz zeigen aber auch eine andere Tatsache – den hohen Verbiss durch Wild – auf. „Jagdlich muss mehr getan werden“, forderte Achhammer. Erfreut zeigte er sich über die Übernahme der Bewirtschaftung des Hemauer Stadtwaldes seit 1. Januar 2019, womit die WBV Hemau nun 34 Waldpflegeverträgen mit über 400 ha Waldfläche nachgeht, und über den Staatspreis, der im vergangenen Jahr für für vorbildliche Waldbewirtschaftung für Familie Liedl in Großetzenbergverliehen wurde. Markus Bauer