Forst

Waldpflege tut auch dem Klima gut

Berching_gk
Lorenz Märtl
am Freitag, 03.04.2020 - 09:29

Jahreshauptversammlung der WBV Berching-Neumarkt blickt in die Zukunft.

Mühlhausen/Lks. Neumarkt i. d. Opf. „Wenn man eine vernünftige Entwicklung im Wald haben will, dann muss man ihn auch bewirtschaften.“ Dass dies gerade in Zeiten des Klimawandels wichtiger denn je ist verdeutlichte bei der Jahreshaupt-versammlung der Waldbesitzervereinigung Berching-Neumarkt, die noch vor der Corona-Krise stattfanf, beim Brunnerwirt in Mühlhausen Leitender Ministerialrat Urban Treutlein vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
„Was Sturmschäden und Borkenkäfer betrifft befinden sie sich auf der glücklichen Seite“, meinte Treutlein im Kontext zur Gesamtschadenssituation der Jahre 2018/19 einschließlich Prognose 2020 von 16 000 ha Schadfläche in Bayern, aber trotzdem bleibe man von den negativen Auswirkungen des Holzmarktes nicht verschont.

Verbesserte Förderrichtlinien

Man dürfe im Hinblick auf die Zukunft aber auch den Bestand nicht außer Acht lassen. Zwar müsse man die Schadflächen aufforsten, aber die Pflege des Bestandes sei der größere Hebel, wenn es darum gehe sich an den Klimawandel anzupassen.
In den politischen Gremien sei das Thema Wald richtig angekommen und die gefassten Beschlüsse brachten deutlich erhöhte Mittel und erweiterte Waldbauförderrichtlinien. Zur Baumartenwahl für den Umbau betonte Treutlein, dass heimische Baumarten erste Wahl bleiben, wobei seltene Baumarten an Bedeutung gewinnen, geeignete Herkünfte selbiger zusätzlich gesucht werden und alternative nur eine Ergänzung sind. Insgesamt müsse das Risiko gestreut werden.

Schwierige Situation für die Gemeinschaft

„Sicherheit auf Jahrzehnte gibt es nicht, aber für die wahrscheinlich beste Wahl brauchen wir ausreichendes Wissen“, so der Experte.
Mit dem Vorsitzenden Andreas Burger war sich Geschäftsführer Daniel Rübens einig, dass sich das letzte Jahr forstwirtschaftlich außerordentlich schwierig gestaltete.
Zwar sei man örtlich von großflächigem Borkenkäferbefall weitgehend verschont geblieben, aber angesichts der durch Windwurf, Borkenkäfer und Trockenheit in den beiden letzten Jahren allgemein verursachten Schäden sei der Holzmarkt zu einem reinen Abnehmermarkt mutiert, der mitunter ruinöse Auswirkungen für die Waldbesitzer habe. Ess ei derzeit auch noch nicht richtig in Sicht, wann sich die Lage bessern wird,

Leichtes Minus in schwieriger Zeit

Rübens Bericht war weiter zu entnehmen, dass von den 2075 Mitgliedern der WBV Berching-Neumarkt 11 030,28 ha Wald bewirtschaftet werden. Vermarkten konnte man 25 524 fm. Für die Wiederaufforstung kauften die Mitglieder insgesamt 67.751 Pflanzen, davon 36 039 Nadel- und 31 712 Laubbäume.
Der Sammelantrag für insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung für insgesamt 2971 fm ergab eine Förderung von 29 710 € für die Waldbesitzer. Der Geschäftsbericht wies „in schwierigen Zeiten“ ein leichtes Minus auf, verursacht durch den schwachen Holzmarkt. Lorenz Märtl