Bilanz

Waldbesitzer freut der Holzpreis

Waldbauernvereinigung
Josef Heisl
am Freitag, 06.08.2021 - 11:16

Die Waldbauernvereinigung Passau blickt positiv in die Zukunft. Die Mitgliederzahlen steigen enorm an. Das stellt die Geschäftsstelle vor Herausforderungen.

Hutthurm/Lks. Passau Recht positive Marktzahlen dominierten die Jahreshauptversammlung der Waldbauernvereinigung (WBV) Passau, die zum ersten Mal online durchgeführt wurde. Wer von den Mitgliedern Interesse hatte, konnte sich einklinken, den Marktberichten und den interessanten Informationen der Gastredner lauschen, sich zu Wort melden und an der Entlastung des Kassiers teilnehmen. „Es hat alles gut geklappt“, meinte am Ende ein zufriedener 1. Vorsitzender Max Nigl.

Nigl begrüßte aus einem Lehrsaal der Öko-Akademie in Kringell online an den Geräten die Mitglieder der WBV und ganz besonders die Abteilungsleiterin „Forsten“ im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Passau, Forstdirektorin Dr. Karin Höglmeier sowie den 1. Vorstand der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern, Georg Huber als Vortragende. Als Gäste beteiligten sich Vizelandrat Hans Koller und die zugeschalteten Förster.

Förderanträge sollen schnell gestellt werden

In seinem Grußwort betonte Georg Huber die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Max Nigl und der Führung der WBV. Durch Corona habe man bewegte Zeiten hinter sich und viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Huber lobte das Investitionsprogramm der Bundesregierung und ermunterte, schnellstens Förderanträge zu stellen. Auch der Freistaat Bayern habe einen großen Fördertopf. „Arbeiten sie weiter in ihren Wäldern“, regte der Vorsitzende an, denn der Holzpreis sei zurzeit dreistellig, Holz sei also wieder begehrt. „Wir müssen Holz anbieten können, damit wir für die Wirtschaft ernst zu nehmende Partner bleiben“, stellte der Fachmann fest, nannte die derzeitige Lage eine große Chance und erinnerte an die letzten Jahre mit den katastrophalen Holzpreisen. „Gehen sie zu ihrer WBV und lassen sie sich beraten und gehen sie auch mit Optimismus in ihren Wald“, schloss Huber sein Grußwort und wünschte unfallfreies Arbeiten in den Wäldern.

Auch Max Nigl blickte in seinem Geschäftsbericht noch einmal auf die Kalamitäten der letzten Jahre wie Stürme und Käferbefall zurück. Jetzt seien die Schadholzflächen weitgehend geräumt und wo nötig zu einem großen Teil auch schon aufgeforstet. Das feuchte Frühjahr begünstige die Pflanzungen und so werden die Wälder durch bereits über 80 000 Setzlinge verschiedenster Hölzer wieder aufgefrischt.

Diese Wiederaufforstungen seien auch ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels, machte der Vorsitzende deutlich. Es werde eine Hauptaufgabe der jetzigen Generation sein, aus den Schadensflächen wieder einen Nutzwald für die Nachfolgegenerationen zu gestalten, denn die wirtschaftliche Nachhaltigkeit unserer Wälder müsse gesichert sein. Im Interesse der gesamten Gesellschaft solle der Grundsatz für die Waldbewirtschaftung sein, Ökologie und Ökonomie in einen Gleichklang zu bringen.

In den vergangenen drei Jahren habe es einen Preissturz beim Holz gegeben. Jetzt scheine allerdings das Preistal durchschritten zu sein, gab sich Nigl sicher. Wurden zuletzt für Frischholz 2 b + um die 90 € je fm bezahlt, liege der Preis derzeit bei 105 €, freute sich der Vorsitzende. „Der Holzhunger am Markt ist da, jetzt muss auch der Rundholzpreis nachziehen“, forderte der WBV-Chef.

Mitgliederzahlen gehen deutlich nach oben

In ihren Geschäftsberichten zeigten die beiden Geschäftsführer Dominik Ernst und Karl Friedl die Einzelheiten zu den Holzpreisen und der Vermarktung auf. Die Mitgliederentwicklung sei enorm, habe man 2010 noch 1480 gezählt, waren es 2020 schon 1951 mit einer Mitgliederfläche von 9391 ha. Dadurch wachsen natürlich die Anforderungen auch bei der Geschäftsstelle, erklärte Ernst.

Sehr gefragt sei das Langholz, erklärte Karl Friedl. Er riet bei den Fixlängen zum Spezialisieren auf eine Länge von vier oder fünf Metern, bei kleineren Mengen könne gemischt werden. Einen guten Absatz habe es beim Papierholz gegeben. Die WBV habe im Jahr 2020 über 144 000 Pflanzen vermittelt, nach der Mengengröße führt die Fichte vor der Tanne, der Eiche, der Buche und der Lärche. Zum Forstschutz wurden 27 km Zaun (bisher stets ca. 14 km) und 6600 Wuchshüllen vermittelt. Schließlich habe man den eigenen Hacker 414 Stunden im Einsatz gehabt. Im anschließenden Kassenbericht konnte Josef Geiß, der Herr über die Finanzen, für 2020 die Zahlen vorlegen. Einnahmen von 4,226 Millionen stehen Ausgaben in Höhe von 4,118 Mio. Euro gegenüber, folglich wurde mit einem Überschuss von 107 865 Euro abgeschlossen.