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Jahreshauptversammlung bei der Waldbesitzervereinigung Landshut

Wald: Was tun gegen das Wasserdefizit?

Den Wald für die Zukunft rüsten: (v. l.) WBV-Vorsitzender Ludwig Huber, Prof. Dr. Hermann Spellmann, Göttingen, Christian Kleiner, AELF Abensberg-Landshut, WBV-Förster Markus Bauer und Georg Huber, Vorsitzender der Forstlichen Vereinigung Niederbayern.
Helga Gebendorfer
am Dienstag, 27.09.2022 - 08:01

Klimaerwärmung wird auf vielen Standorten zu einer negativen Wasserbilanz führen. Viele Baumarten halten das nicht aus.

Altfraunhofen/Lks.Landshut Kritik äußerte der Vorsitzende Ludwig Huber bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Landshut (WBV) am Geschäftsgebaren der großen Sägeindustrie. „Obwohl die Jahre 2020 und 2021 die besten Jahre in der Geschichte waren, wurde der Rundholzpreis trotz intensiver Verhandlungen meist nur sehr zurückhaltend angepasst.“ Auch die Frachtraten lassen seinen Worten zufolge bei einigen Großsägern zu wünschen übrig, sodass immer mehr Fuhrleute aufhören.

Im gut gefüllten Saal beim Vilser Wirt blickte der Vorsitzende auf das letzte Jahr zurück. Demnach waren im Herbst wieder fünfzehn örtliche Waldbegänge möglich, welche mit dem AELF zum Thema „Zuwachs nutzen – Vorräte abbauen“ durchgeführt wurden. Bei zwei Schulungen wurden die Jagdvorsteher über die bevorstehende Abschussplanung auf der Grundlage des Vegetationsgutachtens und über die missbräuchliche Wildfütterung informiert. Der durchgeführte Jagdkurs war mit 17 Teilnehmern sehr erfolgreich.

Umfassende Maßnahmen sind gefordert

Prof. Dr. Hermann Spellmann von der forstlichen nordwestdeutschen Versuchsanstalt Göttingen machte in seinem Vortrag deutlich, dass die Klimaerwärmung auf vielen Standorten zu einer negativen Wasserbilanz führen wird. Weil das viele Baumarten nicht aushalten, riet er zu umfassenden waldbaulichen Maßnahmen, wie frühzeitiger Läuterung und Stammzahlreduzierung in Beständen bis 2,5 m mit Förderung vorhandener Mischbaumarten oder Durchgitterung von reinen Fichtenverjüngungen mit Douglasien.

Nach Angaben der Forstlichen Versuchsanstalt haben folgende Baumarten in Abhängigkeit vom pflanzenverfügbaren Wasser in der Vegetationszeit künftig eine Chance: Weißtanne, Schwarznuss und Japanlärche bei mäßigem Trockenstress bis zur Roteiche, Douglasie, Ahornarten, Hainbuche, Lärche und Küstentanne bei größer werdendem Wassermangel. Die Präsentation wurde auf die Homepage der WBV gestellt.

Vorsitzender Huber blickte zurück. „Die regionalen Stürme auch im laufenden Jahr haben lokal einige Waldbesitzer schwer getroffen.“ Er informierte, dass die WBV viele Unternehmer angesetzt hat, um das Schadholz aufzuarbeiten. Genauso wichtig sei, dass alle Waldbesitzer ihre Bestände auf Einzelwürfe und angebrochene Fichten kontrollieren und aufräumen. „Nur so kann eine Massenvermehrung der Borkenkäfer vermieden werden.“ WBV-Förster Markus Bauer wies in seinem Geschäftsbericht darauf hin, dass 2021 die Mitgliederzahl auf 2804 und die Waldfläche auf fast 18000 ha gestiegen ist. Gut 600 ha werden über Waldbewirtschaftungsverträge betreut.

Mehr Mitglieder und mehr Waldflächen

Die vermarktete Holzmenge betrug gut 80000 Festmeter, wobei die Fixlängen den größten Anteil ausmachten. „Die Holzpreise sind derzeit mit 120 €/fm für Fixlängen ab 25 cm Durchmesser noch auf einem brauchbaren Niveau und die Abfuhr geht meist zügig.“ Er betonte, dass derzeit sichere Prognosen für die Zukunft aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht gemacht werden können: „Das wäre zu unsicher.“

Mit Neuigkeiten von der Forstabteilung beendete Christian Kleiner vom AELF Abensberg-Landshut die Versammlung. Er stellte auch Christoph Remböck als neuen Förster für das Revier Altfraunhofen vor.