Tierschutz

Im Verein mehr Rehkitze retten

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Lorenz Märtl
am Freitag, 16.04.2021 - 12:30

Ehrenamtliche unterstützen im Landkreis Amberg-Sulzbach die Landwirte. Schon viele Rehkitze konnten so vor dem Tod bewahrt werden.

Bald beginnt sie wieder, die Mahd der Wiesen und jedes Jahr stehen Landwirte, Jäger und Tierfreunde vor der Herausforderung, Rehkitze, die zwischen Anfang Mai und Ende Juni geboren werden, aufzufinden und vor dem Mähtod zu retten. Auch für die Mitglieder und freiwilligen Helfer des noch jungen Vereins „Rehkitzrettung Amberg-Sulzbach“ heißt es dann wieder parat zu stehen, wenn die Hilfe benötigt wird. Alleine im letzten Jahr – und darauf ist 1. Vorsitzende Susanne Kunisch stolz – konnte man 28 Rehkitze retten.

Damit die ehrenamtliche Hilfe des Vereins zum Schutz der Rehkitze noch bekannter wird, nützt man alle Möglichkeiten, um auf sich und die Arbeit aufmerksam zu machen. Susanne Kubisch tat dies kürzlich auch bei einer Online-Veranstaltung des BBV-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach.

Interesse kam erst nach einem Aufruf im Radio

Kunisch, die als medizinische Fachangestellte im Krankenhaus von Sulzbach-Rosenberg arbeitet, haben Meldungen über Tiere, die beim Mähen verstümmelt oder getötet werden schon immer erschüttert.

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Sie wollte was dagegen tun. Aber allein mit ihrer Registrierung bei der Kitzrettung in Bayern als Ansprechpartnerin, Plakaten und Aufrufen in örtlichen Medien war nur wenig zu bewegen, niemand forderte anfangs Hilfe an.

Das änderte sich nach einem Aufruf in einem Radiosender. Die ersten Anfragen von Landwirten kamen, entsprechende Aktionen vor dem Mähen der Wiesen wurden mit Helfern aus der Familie und Freunden organisiert und erfolgreich durchgeführt. 2020 entschloss man sich dann zur Gründung des Vereins. Die Zahl der Mitglieder und Unterstützer wächst. Jedes Mal ist die Freude groß, wenn es wieder gelungen ist, ein Kitz vor dem Tod oder Verstümmelungen zu bewahren.

Wer als Landwirt die Hilfe des Vereins in Anspruch nehmen will, meldet sich in Absprache mit dem Jagdpächter, wann die Wiese gemäht werden soll. Dann werden Vereinsmitglieder und Freiwillige kontaktiert und ausreichend Helfer für den Einsatz organisiert.

Am Waldrand ist es besonders gefährlich

Die zu mähende Wiese wird dann konzentriert Meter für Meter abgesucht. Entdeckt man ein Rehkitz wird dieses aus der Wiese getragen und am Rand abgelegt. Aufgabe des Jägers ist es dann, darauf zu achten, dass Geis und Rehkitz wieder zusammenfinden.

Besonders gefährdet sind Wiesen und Futterflächen, die am Waldrand liegen. Denn die Rehgeißen setzen ihre Kitze besonders gern in die Wiese, weil sie dort besser vor ihren Fressfeinden geschützt sind und Geiß und Kitz hier einen besonders üppig gedeckten Tisch vorfinden.

Nähert sich Gefahr, drückt sich das Kitz ganz fest auf den Boden und versucht so, von Raubtieren nicht erkannt und aufgespürt zu werden – gerade dieses „in Deckung gehen“ verhindert beim Mähen die rechtzeitige Flucht und kann damit besonders verhängnisvoll für die jungen Tiere werden.

Eine Drohne wäre sicher die beste Lösung

Schneller und sehr viel weniger personalintensiv ist allerdings eine technische Lösung zur Kitzauffindung, aber dafür fehlen dem jungen Verein momentan noch die finanziellen Mittel. Deswegen der Appell an jene, die den Verein unterstützen wollen, dies mit einer Geldspende zu tun, denn das Ziel ist die Anschaffung einer eigenen Drohne, ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera. „Damit wäre es dann noch besser möglich, die Tiere rechtzeitig zu entdecken und vor den Mäharbeiten zu sichern“, meint Susanne Kunisch.