Konferenz

Den Verbraucher etwas anschubsen

Landwirtschaft
Helga Gebendorfer
am Montag, 07.06.2021 - 14:30

Die Nebenerwerbslandwirte in der Oberpfalz tauschten sich aus. Der Dialog mit dem Verbraucher ist ein wichtiges Anliegen.

Regensburg Im Namen des Landesfachausschusses Nebenerwerbslandwirtschaft und Einkommenskombination lud der BBV-Bezirksverband Oberpfalz zu einer Online-Veranstaltung mit Informationen und zwei interessanten Vorträgen ein. Die Nebenerwerbslandwirte sind fest im Verband eingebunden. Knapp die Hälfte der Bauernhöfe in Bayern, sprich 45500 Betriebe, werden im Nebenerwerb geführt. Im Durchschnitt bewirtschaften sie 17,8 ha und bestellen insgesamt 29 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen, vor allem auch in benachteiligten Gebieten.

Frauen im Nebenerwerb nicht unterschätzen

„Ich freue mich, dass wir heute uns digital treffen, um uns auszutauschen“, erklärte die Amberger Kreisbäuerin Brigitte Trummer, Vertreterin des Ausschusses für die Oberpfalz. Sie unterstrich die Bedeutung der Nebenerwerbslandwirte zum Erhalt der flächendeckenden Landwirtschaft. „Dabei sind vor allem die Frauen nicht zu unterschätzen. Sie stehen für Einkommenskombinationen wie Urlaub auf dem Bauernhof oder Direktvermarktung“, fügte sie hinzu.

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Es gelte, diese Betriebe mit Diversifizierungen zu stärken. Trummer bekräftigte, dass es in vielen Fällen großen Beratungsbedarf gibt, wobei an der Landesanstalt für Landwirtschaft und Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Informationen eingeholt und Qualifizierungsmaßnahmen besucht werden können.

Zum Schluss ermunterte sie die Zuhörer, sich an der Öffentlichkeitsarbeit zu beteiligen und den Dialog mit dem Verbraucher zu suchen. Zu wichtigen Landfrauen-Projekten in diesem Bereich zählte Trummer unter anderem Schule fürs Leben und Erlebnisbauernhof.

Dem Zeitmanagement widmete sich Hauswirtschaftstrainerin Michaela Tschuschner. „Eine richtige Zielsetzung ist wichtig, um den passenden Weg einzuschlagen“, meinte sie und empfahl, den Zeit- und Arbeitseinsatz zu planen und zu überdenken. Dazu gehört, sich Prioritäten zu setzen und Abläufe zu optimieren, um sich mehr Flexibilität und Freiheit zu schaffen.

Landwirtschaft näher an die Kunden bringen

Ein Update zu den Aktivitäten in vier Jahren „Unsere Bayerischen Bauern“ machte Geschäftsführerin Eva-Maria Haas. „Wir versuchen, die Landwirtschaft näher an die Verbraucher zu bringen. Wir stellen das Herzblut der Bauern dar und wollen damit Aufmerksamkeit und Wertschätzung für deren Arbeit erzeugen. Das ist wichtig für die Akzeptanz“, stellte sie fest. Der Verband versucht, eine Vielzahl an Kommunikationskanälen zu bespielen.

Werbung machen, die auch ins Auge springt

Dazu gehört Außenwerbung auf dem Land und in der Stadt mit Hofplakaten und Schildern. Außerdem wird in Tageszeitungen und sozialen Medien inzwischen die große Vielfalt der Landwirtschaft in Bayern porträtiert. „Wir wollen den Verbraucher anschubsen, durch leichte Impulse vernünftige Informationen geben und Neugierde wecken“, erklärte Haas, die die Zuhörer auf kostenlose Werbemittel, wie Flyer, Aufkleber und Wissensräder aufmerksam machte, die z. B. für Direktvermarkter oder Hoffeste gut geeignet sind. Damit könne abwechslungsreich, attraktiv und vor allem wirkungsvoll Werbung gemacht werden für die heimische Landwirtschaft und die hohe Qualität ihrer Produkte.