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Auszeichnung

Urlaub: Den Gästen Heimat bieten

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Annett Bauer
am Mittwoch, 03.06.2020 - 09:48

Bayerischer Wald: Familie Mößthaler erhält hohe Tourismus-Auszeichnung.

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In der Natur bin i dahoam – dieses Konzept ist auf dem Erlebnis-Bio-Bergbauernhof Link‘n Hof in der Gemeinde Neureichenau an jeder Ecke spürbar. Mit viel Herz betreibt Familie Mößthaler seit vier Generationen ihren Ferienhof im Bayerischen Wald, am Fuße des Dreisessels, knapp 1000 Meter über dem Meeresspiegel gelegen. Nun wurde der Hof als einer der gastfreundlichsten Ferienhöfe Bayerns und als einziger Betrieb in Ostbayern mit dem „Goldenen Gockel 2020“ ausgezeichnet.
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Für Familie Mößthaler ist dies nicht die erste Auszeichnung. Bereits viermal gewann der Link‘n Hof den Titel „Ferienhof des Jahres“ und sicherte sich 2011 den „Tourismus Award Bayerischer Wald“.

Große Freude über Gästebewertungen

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Mit dem „Goldenen Gockel“ folgte jetzt die nächste Auszeichnung, über die sich insgesamt 20 Gästehöfe freuen durften. Besonders freut dies Stephanie Mößthaler: „Es ist ein sehr schönes Gefühl. Der Preis wird auf Basis von Gästebewertungen vergeben, daher ist es nochmal eine ganz besondere Ehre diesen zu bekommen.“

Und diesem Titel wird der Erlebnisbauernhof auch gerecht: Mitten in der Landschaft des Bayerischen Waldes gelegen, inmitten grüner Wiesen, dichten Wäldern und mit Ausblick auf die Alpen, verbindet der Hof Familienurlaub mit Wellness und Moderne mit Altbewährtem. Im großen Haus, das ehemals nur den Tierbestand beherbergte, sind seit 1990 die Ferienwohnungen untergebracht. Alle zwei Jahre entstanden neue Wohnungen, bei denen lediglich die Namen auch heute noch an die ehemalige Nutzung erinnern – Kuhstall, Heustadl, Hühnerstall oder Scheune. Sechs Wohnungen stehen den Besuchern hier zur Auswahl. Um dies zu ermöglichen, stellte die Familie damals auf eine extensive Rinderhaltung um und riss die alten Stallungen ab und auch die Pferde erhielten einen offenen Stall mit ganzjährigem Freilauf. Ihr Stall musste dem Aufenthaltsraum weichen.

Blockhütten wurden zur Attraktion für Gäste

Neben den Wohnungen haben die Gäste die Möglichkeit, ihren Urlaub in einer der vier Blockhütten zu verbringen, die sich in einer Reihe hinter dem Haupthaus erstrecken. Hier wurde Modernes mit Tradition verbunden: auf einer Wohnfläche von knapp 40m2 sind die Hütten rustikal mit viel Holz eingerichtet und sorgen mit liebevollen Details für ein heimeliges Gefühl. Dennoch findet sich hier neben einem Schlafzimmer, dem Wohnraum und dem kleinen Bad auch eine Küche mit modernster Ausstattung – Geschirrspüler, Backofen oder Mikrowelle stehen den Gästen während ihres Aufenthalts bereit.

Holz für die Möbel kommt aus dem eigenen Wald

Seit einiger Zeit ist auch das neue Berchalet nach sechs monatiger Bauzeit fertig. Das Besondere: die Möbel, wie beispielsweise Schränke, Tische oder Betten sind aus eigenem Holz gefertigt, das die Familie aus der 4 ha großen eigenen Waldfläche bezieht. Auch die großen Steinblöcke, die die Blockhütten abgrenzen und sich wie ein Zaun um das Gelände schmiegen, hatte die Familie selbst in der örtlichen Umgebung selbst gesammelt.
Langweilig wird es auf dem Link‘n Hof nicht, denn auch beim Freizeitangebot gilt, „in der Natur bin i dahoam“. Kinder können dank ruhiger Lage unbeschwert auf dem Gelände des Hofes spielen – dafür steht ihnen sogar ein eigener Abenteuerspielplatz zur Verfügung. Doch Familie Mößthaler bietet auch ein breites Angebot an: Unter anderem Wellnessmassagen oder Gesichtsbehandlungen sind im hauseigenen Wohlfühlbereich mit mehreren Saunen möglich, verschiedene Diplome können erworben werden und im Sommer finden wöchentliche Grillabende statt und auch die Kulisse des Bayerischen Waldes bietet eine Palette an Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Angeln oder Bergsteigen.
Ein besonderer „Renner“ sind die Tierpatenschaften: Kinder suchen sich, je nach Alter, ein Kleintier wie Meerschweinchen, Zwerghase oder Miniaturpony aus, das sie für die Zeit ihres Aufenthaltes betreuen. Damit sollen die Kleinen Verantwortung übernehmen und den Umgang mit den Tieren erlernen. So wird im Stall mitgeholfen, gestriegelt oder geputzt. Dieses Konzept liegt der Familie sehr am Herzen, wie auch Großvater Ludwig Mößthaler erzählt: „Einige Kinder sitzen viel vor dem Fernseher oder Ähnlichem und haben den Bezug zu solchen Dingen verloren. Wir wollen sie wieder zurück zur Natur führen und ihnen die Möglichkeit geben, Vertrauen zu den Tieren aufzubauen. So entstehen auch oft neue Freundschaften.“ Neben den Kleintieren tummeln sich auf dem Hof zudem zwei Mini-Hängebauchschweine, sieben Alpakas, fünf Ziegen, Enten, Hühner, Gänse, Hasen, Forellen, drei Bienenvölker, sechs Katzen und Hofhund Bandit, der die Gäste bereits bei der Ankunft freudig begrüßt. Fünf Shetlandponys, acht Minishetties und drei Haflinger zählen zum Pferdebestand der Familie, der teils auf dem eigenen Ponyrundweg geritten werden kann.

Landwirtschaft kann auch „live“ erlebt werden

Zudem wurde der Bio-Bauernhof mit dem Qualitätssiegel „Offene Stalltür“ ausgezeichnet. So wird auf dem Hof nach den Vorgaben des ökologischen Landbaus ein extensiver Grundlandbetrieb bewirtschaftet. Zehn Milchkühe, einige Jungrinder und Limousin-Zuchtstier Max werden in Form der Mutterkuhhaltung auf ungefähr 30 ha gehalten und über die Vermarktungsschiene Bayerwald Jungrind e. V. direkt ab Hof vermarktet. Das Grünland wird nach den Richtlinien des Kulturlandschaftsprogramms bewirtschaftet. Und nicht nur in dieser Hinsicht ist der Link‘n Hof vorbildlich, sondern auch mit der eigenen Hackschnitzelanlage mit Holz aus dem eigenem Wald, zeigt sich der Hof fortschrittlich und umweltbewusst. Geheizt wird per Fernwärme. So können die Ferienhäuser, das Haupthaus mit den Wohnungen und auch das Privathaus von Alexander und Stephanie Mößthaler beheizt werden.
Durch die Photovoltaikanlage ist der Hof unabhängig vom Energieverbrauch, ca. 25 000 KW werden für den Betrieb benötigt. Mit dieser Anlage könnten sogar über 20 Einfamilienhäuser mit Strom versorgt werden. Quellwasser kommt aus der eigenen Brunnenanlage und Solarenergie sorgt für das Warmwasser.

Alm als Highlight des Hofes

Ein echtes „Highlight“ des Hofes befindet sich allerdings etwas abseits gelegen, auf über 1000 Metern Höhe: die Link‘n Alm. Das traditionelle Waldlerhaus wurde ungefähr im Jahr 1816 errichtet und bietet den Gästen am Südhang des Dreisessels einen besonderen Blick zu den Bergen. Über ein Jahr wurde das 200 Jahre alte Haus hergerichtet, so dass es im Jahr 2015 fertiggestellt werden konnte. „Die Alm ist immer etwas besonderes für die Gäste. Hier oben ist es ruhig und man bekommt das Gefühl, dass es eine ganz andere Welt ist“, erzählt Ludwig Mößthaler. 12 Personen können in der urigen Alm untergebracht werden.

Da auch der Erlebnisbauernhof in den letzten Wochen eine durch Corona bedingte Zwangspause machen musste, freuen sich Stephanie und Alexander Mößthaler nun umso mehr auf die Eröffnung, auch wenn die Auflagen einiges erschweren, wie auch der 42-jährige Familienvater erzählt: „Wir haben natürlich überall die Hygieneregeln umgesetzt, damit wir unseren Gästen einen sicheren Aufenthalt ermöglichen können. Trotzdem ist es mit den Auflagen sehr schwierig, beispielsweise muss auch im Stall bei den Tieren Mundschutz getragen werden. Zudem hat man einen viel größeren Aufwand.“
Man habe die Zeit allerdings sinnvoll genutzt und einige Arbeiten erledigt, so dass man nun auf die Gäste vorbereitet ist, berichten die Mößthalers, die sich schon wieder auf neue Buchungen nach der Krise freuen.