Landfrauen

Umweltdiskussion: Zurück zu Maß und Mitte

Ilse Aigner
Elisabeth Ammer
am Dienstag, 26.05.2020 - 09:31

Ilse Aigner beim Landfrauentag in Dingolfing-Landau.

Die Dekoration im Apfelbeck-Saal für den Landfrauentag lasse den Frühling spüren, sagte Kreis- und Bezirksbäuerin Irene Waas bei der Eröffnung des Landfrauentages für den Kreis Dingolfing-Landau, der noch vor den coronabedingten Einschränkungen in Mamming stattfand. Die vielen Ehrengäste verdeutlichen die Wertschätzung der Landfrauen, und Waas zeigte sich erfreut, dass mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner ein besonderer Gast gewonnen werden konnte. Waas richtete klare Worte an die Politik, die Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass eine regionale Lebensmittelerzeugung gewährleistet werde.

Viel Lob für die gute Arbeit der Landfrauen

Irene Waas sei gradlinig und trete für ihren Bauernstand ein, skizzierte Aigner die Kreis- und Bezirksbäuerin, überhaupt schätze sie die Leistungen, die die Frauen für die Region erbringen. „Die Frauen sind nicht nur der Rückhalt der ländlichen Räume, sondern auch große Bildungsträger, die ihr Wissen gerne weitergeben“, wie Aigner aufzeigte. Die Landtagspräsidentin verwies darauf, dass die Gesellschaft „immer extremer“ werde, vor allem erstarken die Ränder, man müsse wieder mehr auf die Wortwahl achten. Dies sei ihr als Landtagspräsidentin sehr wichtig. „Und wir müssen wieder stärker zu Maß und Mitte finden, denn Freiheit und Demokratie sind eng miteinander verbunden“, hielt sie fest. Die zusätzliche und auch in Kreisen der Landwirtschaft viel diskutierte „Bauern-Milliarde“ für die Landwirtschaft sei kein Schweigegeld, sondern dazu gedacht, den Übergang bei den gesellschaftlich gewollten Veränderungen besser zu schaffen, verwies Aigner auf dieses Zeichen der Wertschätzung und Unterstützung.

Projektwochen können eine große Chance sein

Von staatlicher Seite werde man in den Kantinen nach Möglichkeit regionale und auch biologische Produkte platzieren, sicherte Aigner zu. Die ab kommendem Schuljahr eingeführte Projektwoche sei ihr persönlich lieber als ein Schulfach, da sich hier landwirtschaftliche Fachleute einbringen. Bei der Stadtbevölkerung sei „pure Ideologie“ sehr verbreitet und da brauche es Korrekturen für die nächste Generation: „Es ist mir deshalb wichtig, dass Landwirte in die Schulen gehen und das schiefe Bild über Landwirtschaft entzerren“, erklärte Aigner.
„Die Verbraucher finden täglich einen reich gedeckten Tisch vor“, verwies BBV-Bezirkspräsident Gerhard Stadler in seinem Grußwort auf die Verantwortung der Landwirte, „der wir gerne auch nachkommen“. Es sei notwendig, dass die Lebensmittelproduktion wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt werde. Außerdem wünsche er sich eine faire Diskussion um den Gewässerschutz, erklärte Stadler.