Feldbegehung

Trockenheit bremst Krankheiten

2021-Felderbegehung Weizen
Franz Neuhuber
am Donnerstag, 24.06.2021 - 12:19

Das AELF Pfarrkirchen veranstaltete eine Versuchsfeldführung in Rahhof. Im Fokus standen die Wintergerste und der Winterweizen.

Pfarrkirchen Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen (AELF) konnte nach der Lockerung der Coronabeschränkungen auf dem Betrieb von Hubert Wochinger an der B388 in Rahhof nach einer Pause 2020 seine traditionelle gemeinsame Versuchsfeldführung wieder durchführen.

Winterweizen: Aussaat in den November verzögert

Schwerpunkte waren aktuelle Erkenntnisse zu den angebauten Sorten, zum Pflanzenschutz und zur Düngung bei Winterweizen, Wintergerste und Mais. AELF-Fachberater Michael Paulus informierte die über 40 interessiert zuhörenden Teilnehmer neutral und firmenunabhängig.

Als erstes blickte Paulus auf den Witterungsverlauf während der Anbauperiode zurück. Nach der späten Silo- und Körnermaisernte verzögerte sich dementsprechend die Aussaat des Winterweizens bis in den November hinein. Bis zum Dezember war es dann sehr trocken. Im Januar und Februar haben die Niederschläge gepasst. Der trockene März und April bremsten den Krankheitsbefall. Im nasskalten Mai wurde das Zeitfenster für die Aussaat und die Entwicklung beim Mais sowie für das Grassilieren sehr eng.

Bei den vorgestellten Wintergersten- und Winterweizensorten stellte der Fachmann nicht nur den relativen Ertrag im Vergleich zueinander, sondern auch die Gesundheit der Sorten heraus, so unter anderem die Standfestigkeit und Reife sowie die Resistenz gegen Pilzkrankheiten wie Mehltau, Gelb- oder Braunrost sowie Fusarien.

In der anschließenden Fragerunde ging es insbesondere um den Pflanzenschutzeinsatz im Mais. Da auf der Stoppel oder im Getreide eine Bekämpfung nicht immer möglich ist, kann eine Unterblattspritzung im Mais mit Dropleg-Düsen die Konkurrenten für die Nutzpflanze reduzieren.

Ein großes Fenster öffnen für die Wiesenbrüter

Abschließend ging Landwirtschaftsoberinspektor Michael Paulus bei seiner ersten Felderbegehung auf den Wiesenbrüterschutz ein. Um den Kiebitz im Rott- und Kollbachtal zu erhalten und zu schützen, sei die Anlage von entsprechenden Fenstern mit mindestens 1500 m2 im Wintergetreide und außerdem eine spätere Aussaat von Mais zu empfehlen.

Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Feldbegehung wurde der Informationswert der Veranstaltung sehr gelobt und immer wieder war zu hören, dass in Zukunft hoffentlich die weitere positive Entwicklung der Pandemie noch mehr derartige Führungen möglich machen wird.