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Landespolitik

„Das trifft unsere Betriebe ins Mark“

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Externer Autor
am Donnerstag, 29.10.2020 - 13:37

BBV Niederbayern nutzt Bezirksversammlung für Austausch mit der Landespolitik.

Anlässlich der Bezirksversammlung des Bayerischen Bauernverbandes Niederbayern trafen sich Vertreter des BBV mit den Landtagsabgeordneten Petra Högl und Dr. Petra Loibl, um die aktuellen Brennpunkte in der deutschen und bayerischen Agrarpolitik kritisch zu diskutieren.
„Im Augenblick brennen uns besonders zwei Themen unter den Nägeln“, merkte Bezirkspräsident Gerhard Stadler bei seiner Begrüßung an. Die Afrikanische Schweinepest sowie die Düngeverordnung mit der Ausweisung sogenannter Roter Gebiete seien vielbeachtete und vieldiskutierte Punkte bei den Bäuerinnen und Bauern in Niederbayern, denn: „Die Auswirkungen treffen in besonderem Maße unsere niederbayerischen Betriebe bis ins Mark.“
Hinzu kämen weitere kritische Themen, wie coronabedingte Probleme in den Schlachtbetrieben und auf den Fleischmärkten sowie die geänderte Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung für Zuchtsauenhalter und womöglich auch bald für die Milchviehbetriebe mit Kühen in Anbindehaltung.

Probleme müssen jetzt gezielt angepackt werden

„Wir sind eigentlich ein Berufsstand, der viel aushält und in Generationen denkt. Im Augenblick dominieren uns in unserer Arbeit diese Probleme sehr und hinterlassen bei den Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern tiefe Sorgenfalten. Deshalb müssen wir diese Probleme jetzt gezielt anpacken und sachorientiert lösen“, sagte Stadler.
Schützenhilfe bekommt Stadler gleich von allen beiden Landtagsabgeordneten, die gleichzeitig die Unwägbarkeiten der Landtagsarbeit darstellten. „Es ist sehr schwierig, zum Beispiel das Thema Tierschutz sachlich zu diskutieren.“

Kompromisse sind leider nicht leicht zu finden

Den Akteuren, die zum Beispiel gegen den Kastenstand oder die Anbindehaltung arbeiten, geht es nicht darum, bäuerliche Betriebe in Bayern zu erhalten und weiterzuentwickeln“, meint Loibl. „Auch hat dieser Personenkreis oft keinen Einblick, wie Tierhaltung funktioniert. Ihnen fehlt das Verständnis, dass den allermeisten Landwirten es ein sehr großes Anliegen ist, dass es ihren Tieren gut geht.“
Högl zeigte auf, dass im politischen Betrieb Kompromisse oft schwierig zu finden sind oder gut funktionierende Praktiken durch Gerichtsurteile gekippt werden. Aber es gibt immer wieder gute Ansätze, wie man aus diesem Dilemma herauskommt. „Borcherts Nutztierstrategie kann ein guter Ansatz für die Tierhaltung in Bayern sein. Wenn wir es hinbekommen, dass umsetzbare Tierwohlstandards finanziell entschädigt werden und nicht zum Standortnachteil für unsere Tierhalter werden, können unsere bayerischen Nutztierhalter positiver in die Zukunft sehen“, meint Högl.
Weitere Themen waren Gewässerrandstreifen, Düngeverordnung und Grünlandumbruch zur Statuswahrung. Hier forderten die anwesenden Kreisobleute praktikable Lösungen.

Projekt Alltagskompetenz solide finanzieren

Irene Waas warb bei den beiden Landtagsabgeordneten nochmals um Unterstützung beim Projekt Schulunterricht Alltagskompetenz. „Wir sind froh, dass wir die verpflichtende Projektwoche für Alltagskompetenz bekommen haben. Jetzt muss noch die Finanzierung in trockene Tücher. Wir brauchen eine finanzielle Anerkennung für die teilnehmenden Betriebe, denn der Aufwand und die Verantwortung sind immens“, betonte die Bezirksbäuerin.
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