Trasse soll realisiert werden

Gleichstromtrasse-LA_jo
Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 06.06.2019 - 09:37

BBV-Informationsversammlung zur Erdkabelplanung von Tennet

Seit über drei Jahren plant der Stromnetzbetreiber Tennet im Auftrag der Bundesregierung eine Gleichstrom-Erdkabeltrasse zwischen Wolmirstedt (Thüringen) und Umspannwerk Isar bei Essenbach. Mit Einleitung der Bundesfachplanung am 9. Mai ist es nun den Betroffenen erstmals möglich, sich rechtsverbindlich an den Planungen mit Anregungen und Bedenken zu beteiligen. Die Vertreterinnen der Tennet stellten bei der BBV-Informationsversammlung die Planungsschritte zur Trassenfindung und die vorgesehenen Konverterstandorte vor.

Enttäuscht waren bereits hier die Zuhörer, da wiederum nur der Trassenkorridor mit einer Breite von 1000 m gezeigt wurde und keine detaillierte Trassenführung. Dazu wurde klargestellt, dass es bei der Bundesfachplanung nur um die Trassenkorridore geht. Erst wenn diese abgeschlossen ist, wird eine Trasse grundstücksgenau geplant. Auch die Vorstellung der möglichen Konverterstandorte führte zu einer sehr emotionalen Diskussion mit den Betroffenen. Diese Standorte sind jedoch nicht Teil des derzeit laufenden Verfahrens.

Bedenken schriftlich bei Bundesnetzagentur vortragen

Rechtsanwalt Anton Hess, Landvokat, stellte sehr sachlich und ernüchternd die Rechte von Eigentümern im Rahmen einer Bundesfachplanung für den Netzausbau vor. Durch gesetzliche Regelungen wird hier nach seiner Auskunft gravierend in das Eigentumsrecht der Bürger eingegriffen. Deshalb sollten sich alle Betroffenen die Planungskorridore genau anschauen und bereits jetzt ihre Bedenken und Anregungen schriftlich bei der Bundesnetzagentur vortragen.

Bürger müssen sich selbst vertreten

Essenbachs Bürgermeister Dieter Neubauer fügte hinzu, dass die Gemeinde nur ihre eigenen Beeinträchtigungen durch die verschiedenen Trassen vorbringen kann und die Bürger ihre Eigentumsrechte selbst zu vertreten haben. Gleiches wurde von Susanne Winkler von der Regierung von Niederbayern betont. Zu einer weiteren emotionalen Diskussion führten die Ausführungen von BBV-Bezirksgeschäftsführer Hubert Hofmann, über die Belange der Grundstückseigentümer bei solchen Leitungsbauvorhaben.

Wiederkehrende Zahlungen abgelehnt

Die Zuhörer vermissten Zahlen zu Entschädigungen und wiederkehrenden Zahlungen. Letzterem wurde durch die Bundesregierung eine klare Absage erteilt, da nur Bayern auf Drängen des BBV diese Forderung auf Bundesebene unterstützte. Es werden zwar die Entschädigungssätze in Abhängigkeit des Grundstückswertes durch die aktuelle Gesetzgebung neu geregelt, aber bisher wurden weder von der Tennet Entschädigungszahlungen für betroffene Grundstückseigentümer angeboten, noch hierüber mit dem BBV Gespräche geführt.

Zum Abschluss wies der Landshuter Kreisobmann Georg Sachsenhauser auf den 11. Juli hin. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Einwendungen gegen die laufende Bundesfachplanung möglich. Er beendete die Versammlung mit dem Versprechen, dass der BBV bei weiteren Planungsschritten zum Leitungsbau wieder einladen und informieren wird. HG