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Grosse Beutegreifer

Weitere tote Schafe in der Oberpfalz entdeckt

Wolf auf der Pirsch
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Redaktion Wochenblatt
am Freitag, 20.05.2022 - 14:19

Nach den kürzlich bestätigten Rissen könnte erneut der Wolf Tiere gerissen haben. Zu Herdenschutzmaßnahmen wird geraten.

Neustadt an der Waldnaab Im Landkreis Neustadt an der Waldnaab gibt es erneut einen Wolfsverdacht. Am Donnerstag, 19. Mai, wurden im Gebiet des Manteler Forsts auf einer Freifläche zwei weitere tote Schafe und ein verletztes Schaf gefunden. Die Situation vor Ort deutet auf einen Wolf als Verursacher hin, teilte das Landesamt für Umwelt (LfU) mit.

Bei zwei Rissereignissen in der ersten Maihälfte wurden auf derselben Freifläche bereits neun Schafe getötet. Mitglieder des Netzwerks Große Beutegreifer haben jeweils die Situation vor Ort begutachtet und genetische Proben genommen. Erste Erkenntnisse aus der Genanalyse des Ereignisses vom 4. Mai bestätigen einen Wolf als Verursacher. Die Individualisierung ist noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse der Probennahme des zweiten Ereignisses vom 12. Mai liegen noch nicht vor. Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden informiert. Der Großteil der Schafherde war nach dem zweiten Rissereignis auf eine andere Fläche gebracht worden.

Auch in Oberbayern kommt es immer wieder zu Wolfsrissen. Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt war vor Ort:

Das LfU rät allen Nutztierhaltern der Region, ihre Tiere vor Übergriffen durch den Wolf z. B. mit einer wolfsabweisenden Zäunung zu schützen. Der Ort der Ereignisse liegt in einem Gebiet mit standorttreuen Wölfen und innerhalb der Kulisse der „Förderrichtlinie Investition Herdenschutz Wolf“. Nutztierhalter, deren Flächen innerhalb der Förderkulisse liegen, können Investitionen für die Einrichtung wolfsabweisender Zäune bis zu 100 % gefördert bekommen. Anträge sind bei den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu stellen.

Das LfU bittet darum, etwaige Übergriffe auf Nutztiere sowie auch weitere Beobachtungen unmittelbar dem LfU, Fachstelle Große Beutegreifer, zu melden, damit unverzüglich weitere Schritte wie beispielsweise Rissbegutachtung und Probeentnahme für genetische Analysen veranlasst werden können. Um eine möglichst hohe Probenqualität und Verwertbarkeit der Ergebnisse – ggf. auch im Rahmen rechtlicher Verfahren – sicherzustellen, sollten Proben nur von vom LfU bestellten Personen entnommen werden.