Innovation

Der Toaster für Soja kommt auf dem Hänger

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Mia Goller
am Montag, 01.03.2021 - 16:57

Der Trend geht zum selbst produzierten Soja. Die neu entwickelte mobile Anlage „Tobi“ verarbeitet Soja direkt auf dem Betrieb.

Es wird derzeit wieder viel diskutiert rund um die Eiweißversorgung in der Landwirtschaft, gerade wenn es um Soja geht, das als wichtiger Futterbestandteil in der Tierhaltung gebraucht wird. Gentechnik steht in der Kritik, die Sojaeinfuhr aus Übersee ist schlecht für die Kohlenstoffdioxidbilanz – der Trend geht deshalb zum selbst produzierten Soja.

Landwirt Hans Hilz aus Arnstorf beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit der Problematik, seit fünf Jahren baut er selbst Soja an. „Da kam es mir natürlich schon gelegen, dass meine Nachbarn in Holzham bei Arnstorf ein Agrar-Entwicklungslabor betreiben“, berichtet er. Marion C. Winter und ihr Partner Lutz Wudtke betreiben dort das Unternehmen Agrel. Sie waren sofort bereit zu einer Zusammenarbeit.

Gute Idee im Lockdown zur Produktreife gebracht

Die vergangenen Monate im Corona-Lockdown nutzten sie, um sich mit einem besonders spannenden Gemeinschaftsprojekt zu beschäftigen: sie haben den Sojatoaster von Agrel weiterentwickelt. Mitgeholfen haben die Firma Agrartechnik Schmid und Getreidetechnik Wahl. Johann Hilz brachte sein Können als Elektrotechniker und als Landwirt mit ein. „Der weiterentwickelte Toaster passt jetzt auf einen einfachen Auto-Anhänger und kann so direkt von den Bauern ausgeliehen werden“, erklärt Hans Hilz. Marion C. Winter erläutert: „Soja muss bekanntlich thermisch bearbeitet werden für die optimale Verwertung. Wer also sein eigenes Eiweiß anbaut, muss sich auch mit dem Toasten beschäftigen.“

Soja bleibt eine spannende Pflanze

Familie Hilz betreibt einen Landgasthof, hier steht auch das Fleisch von Tieren aus dem eigenen Stall auf der Speisekarte: „Ich möchte genau wissen, was ich meinen Tieren füttere und ich möchte mich auch als Landwirt gerne weiterentwickeln. Für die Kunden wird es auch immer wichtiger, dass Wertschöpfungsketten eingehalten werden und die Produktion meiner Tiere transparent ist. Deshalb sehe ich das heimische Soja als sehr spannende Pflanze“, meint Hans Hilz.
Besonders praktisch beim mobilen Toaster, der mittlerweile auf den Namen „Tobi“ getauft wurde, ist, so Hilz, die Schüttvorrichtung mit Spirale, so dass man das Gerät über die Getreideluke vom Kipper oder direkt aus dem „Bigpack“ befüllen kann.
Am 11. März findet ein kostenloses Online-Seminar zum Thema Soja statt. Verschiedene Referenten informieren u.a. über Saatgut, Anbau oder Feldpflege. Zugangsdaten gibt es bei der Anmeldung per Email unter winter@agrel.de. Mia Goller