Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Regionale Produkte

Tante Emma aus dem Container

Kistenkramer_b1
Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Montag, 28.02.2022 - 17:14

Eine außergewöhnliche Vermarktungsform ermöglicht in Ostbayern Einkaufen rund um die Uhr. Doch wie kommt dieses Modell an?

Brennberg/Lks.Regensburg Es ist nur ein kleiner Container, doch das Konzept dieses Mini-Supermarktes in Brennberg ist überaus spannend: Nur 15 Quadratmeter Größe, kein Personal, doch dafür mehr als 450 Produkte, davon Waren von 15 Direkterzeugern, die nicht weiter als 40 Kilometer von dem kleinen Verkaufsladen entfernt liegen. Fünf Monate ist es inzwischen her, dass in Brennberg (Lks. Regensburg) der erste Selbstbedienungsshop in Bayern eröffnet wurde. Doch wie wird der KistenKrämer, wie das Geschäft heißt, angenommen - und gibt es Probleme?

Die Brennberger Bürgermeisterin Irmgard Saurer ist sehr froh über den KistenKämer und zieht fünf Monate nach der Eröffnung eine rundum positive Bilanz: „Er wird bislang sehr gut angenommen und auch der Betreiber ist zufrieden.“ Von Jung und Alt werde das neue Einkaufsangebot genutzt. „Für uns ist das eine wirklich gute Geschichte!“ Und auch das Interesse am KistenKrämer ist groß: Schon bei der Eröffnung im Oktober vergangenen Jahres begrüßte Bürgermeisterin Sauerer eine interessierte Dame aus Thüringen, die sich von diesem Konzept einen Eindruck verschaffen wollte.

Nach drei Jahren wieder ein Kramer am Ort

Von einem „Glücksfall“ spricht Bürgermeisterin Sauerer. Seit drei Jahren hatte es vor Ort keinen Kramerladen mehr gegeben. Der KistenKrämer versorgt nun mit regionalen Köstlichkeiten und allem, was benötigt wird. Neben Brot, Milch und Getränken werden auch Artikel des täglichen Bedarfs angeboten. Von Montag bis Samstag ist der KistenKrämer rund um die Uhr geöffnet. „Für Familien und Senioren ist diese Einkaufsmöglichkeit ideal“, erklärt die Brennberger Bürgermeisterin. Gezahlt werde mit Bargeld oder der Karte.

Für alle Beteiligten sei die Verkaufsmöglichkeit positiv, sagt Sauerer: Bäcker und Metzger könnten ihre Waren rund um die Uhr verkaufen. „Der KistenKrämer wird nicht als Konkurrenz gesehen.“

Kistenkramer_b2

Lediglich einen Wermutstropfen gab es: Unbekannte stahlen drei Mal Lebensmittel. Sie hatten es dabei vor allem auf Süßigkeiten und Energydrinks abgesehen. Doch das war bislang eine Ausnahme, betont Sauerer.

Lob kommt auch aus der Politik: Der stellvertretende Regensburg Landrat Willi Hogger nennt das Konzept außergewöhnlich. Und auch die CSU-Abgeordnete Sylvia Stierstorfer lobt das Engagement der Brennberger. Der Mini-Supermarkt ist aus ihrer Sicht eine aktive Stärkung des ländlichen Raums. Konstantin Gatzke, der den KistenKrämer in Brennberg betreibt, verweist darauf, dass insbesondere auf regionale Lebensmittel gesetzt werde. Das freut auch Bürgermeisterin Irmgard Sauerer: Alle Beteiligten würden von diesem Konzept profitieren.

Weitere Informationen zum Konzept und dem Angebot gibt es auf der Webseite des KistenKrämer.