Artenvielfalt

Studieren mit Sense und Rechen

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Rudolf Hirsch
am Donnerstag, 03.12.2020 - 09:31

21 Schüler der Landwirtschaftsschule Nabburg schützen seltene Pflanzen.

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An den Hängen des Münchshofener Berges bei Premberg (Stadt Teublitz) wachsen seltene Pflanzenarten, die des besonderen Schutzes bedürfen. Dornige Schlehen und stachelige Rosen würden Küchenschelle, Silberdistel und Kartäusernelke überwuchern, ließe man sie ungehindert wachsen. Jetzt rückten Studierende der Landwirtschaftsschule Nabburg mit Freischneidern und Rechen an, um das Gestrüpp zurückzuschneiden.

Landschaftspflegeverband (LPV) und Maschinenring (MR) kümmern sich dort seit Jahren um die Pflege und lassen auf dem schwer zugänglichen Gelände bei Premberg regelmäßig Schafe weiden. „Um die stacheligen Schlehen und Rosen machen die Tiere allerdings einen Bogen“, beobachtet Christian Weiß. Der MR-Geschäftsführer beauftragt deshalb Landwirte aus der Umgebung mit dem Entbuschen und rechnet die Kosten mit dem LPV ab.

Dienstleister für Landschaftspflege

Aktuell übernahmen diese Arbeit 21 Schüler des ersten Semesters der Landwirtschaftsschule Nabburg. Patricia Steinbauer, Lehrerin für Pflanzenbau, Naturschutz und Landschaftspflege, bereitete die Jugendlichen auf das Praxisprojekt vor und suchte den Kontakt zu Markus Kurz, der beim Naturparkverein und beim LPV für die Umsetzung von Landschafts-, Hecken- und Gewässerpflegemaßnahmen zuständig ist. Der Fachberater erklärte den angehenden Landwirten, welche Dienstleisterrolle ihnen in Zukunft in der Kulturlandschaftspflege zukomme.

Zunächst machten sich die „Freischneider“ an die Arbeit und beseitigten wuchernde Schlehen- und Rosenhecken. Mit dem Rechen säuberten die jungen Leute anschließend den Hang und türmten das Schnittgut für den Abtransport auf.
MR-Geschäftsführer Weiß spendierte den Helfern eine Brotzeit und stellte ihnen die bäuerliche Selbsthilfeeinrichtung vor. Seit 45 Jahren sei der „Maschinenring Schwandorf e. V.“ als Dienstleister tätig und springe überall dort ein, „wo Not am Mann ist“, erklärte Weiß. Fallen Bauer oder Bäuerin aus, schickt der Ring eine landwirtschaftlich ausgebildete Fachkraft zur Überbrückung der Situation auf den Hof. Die Geschäftsstelle rechnet mit den sozialen Kostenträgern ab und zahlt die Mitarbeiter aus.
Der MR übernimmt aber auch Garten-, Forst- und Winterdienstarbeiten für Kommunen und Privathaushalte. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Pflegemaßnahmen für den Naturpark- und Landschaftspflegeverein. Für 90 Aufträge rechnete man im vergangenen Jahr 150 000 € ab.

Schöner Nebenverdienst für Landwirte

„Für manche Landwirte ist das ein schöner Nebenverdienst“, so Weiß. Der LPV koordiniert die Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt, lässt schwer zugängliche Hänge entbuschen und vergibt Pflegearbeiten. Dafür gibt es staatliche Zuschüsse. Zu den Zielgebieten gehören auch die Hänge am Münchshofener Berg, die als „FFH- und Natura-2000-Gebiete“ eingestuft und besonders schützenswert sind.