Wirtschaft

Streiks bleiben ohne größere Auswirkungen

Schlachthof
Philipp Seitz
Philipp Seitz
am Donnerstag, 18.02.2021 - 17:24

An drei Standorten von Vion legten Mitarbeiter in der Schlachtung und Zerlegung unangekündigt ihre Arbeit nieder. Auslöser für die Streiks war Ärger über die Lohnabrechnung.

Bei Vion in Landshut, Vilshofen (Lkr. Passau) und Waldkraiburg (Lkr. Mühldorf am Inn) ist es am Montag zu Streiks gekommen. Wie Willi Wittmann, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Südbayern, auf Anfrage dem Wochenblatt bestätigte, kam es in Landshut bei der Schlachtung und Zerlegung zu unangekündigten Arbeitsniederlegungen.

In Vilshofen und Waldkraiburg hätten sich die Gründe schnell ausräumen lassen, sagte Wittmann. In Landshut kam es laut Wittmann am späten Nachmittag zu einer Einigung. Wie Vion dem Wochenblatt mitteilte, waren an allen drei Standorten Mitarbeiter von einem Programmierfehler bei der Gehaltsabrechnung betroffen.

Softwarefehler führte zu Arbeitsniederlegungen

Vion

Dies hatte zu Unmut und den Streiks geführt. In Waldkraiburg sei vor der Arbeitsaufnahme gesprochen worden, in Vilshofen wurde das Gespräch analog in einer regulären Pause geführt. Laut Vion habe ein Programmierfehler in der Zeitwirtschafts-Software in SAP, der noch am Montag behoben worden sei, in einigen Fällen zu nicht korrekten Abrechnungen geführt.

Wie ein Unternehmenssprecher betonte, seien die „Reklamationen“ der betroffenen Mitarbeiter „absolut berechtigt“ gewesen und die jeweilige Differenz sei umgehend ausbezahlt worden. In Folge der Arbeitsniederlegungen konnte in Landshut am Montag nicht geschlachtet werden, Zerlegung und Verpackung arbeiteten eingeschränkt weiter. Mit allen betroffenen Mitarbeitern seien individuell anschließend „sehr sachlich und konstruktiv“ Gespräche geführt worden.

Auf die Situation schnell und umfassend reagiert

Anders als in Waldkraiburg und Vilshofen hätten einige Mitarbeiter in Landshut ihre Arbeit jedoch erst am Dienstag wieder aufgenommen. Es habe zwar Verschiebungen gegeben, doch zu größeren Verzögerungen würden die Streiks nicht führen, sagte Wittmann. „Die Schlachtung läuft wieder wie gewohnt.“ Die breite Masse sei am Montag auf andere Standorte verschoben worden. Weitere Auswirkungen habe der Streik damit nicht, sagte Wittmann.

Vion beschäftigt nach Recherchen des Wochenblattes an den Standorten Landshut und Waldkraiburg jeweils rund 400 Mitarbeiter, in Vilshofen sind es gut 200. Im Dezember informierte Vion, dass 180 Mitarbeiter am Standort Landshut für die Kernbereiche Schlachtung, Zerlegung und Verpackung fest eingestellt wurden.

Vion betreibt in Waldkraiburg den größten Rinderschlachthof Deutschlands. Ein Video über den Schlachthof sehen Sie hier: