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Direktvermarktung

Stolz auf Qualität aus der Region

Gerd Kreibich Portrait
Gerd Kreibich
am Freitag, 27.05.2022 - 08:00

Direktvermarkter in Rottal-Inn feiern 25-jähriges Jubiläum und ein Erdbeerfest als Höhepunkt.

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Seit 25 Jahren gibt es die Direktvermarkter im Landkreis Rottal-Inn – immerhin halb so lange, wie es den gesamten Landkreis gibt. Gefeiert wird das ganze Jahr über mit verschiedensten Aktionen, denn, so Eierproduzent Ludwig Reil aus Wurmannsquick als Sprecher der Direktvermarkter: „Es ist schon eine lange Zeit, die wir bis jetzt durchgehalten haben - und wenn man sieht, was aus dem kleinen Anfängen heraus entstanden ist, heute betrachtet, dann können wir durchaus stolz sein.“

„Wir wollen die Kundinnen und Kunden dazu bringen, beim Einkauf auf die Herkunft von Produkten zu achten und wir wollen zeigen, dass die Landwirtschaft in der Region eine große Produktpalette und dazu immer hohe Qualität bieten kann“.

Dass die Politik in der Region hinter den Direktvermarktern steht, machte der Landrat des Landkreises Rottal-Inn, Michael Fahmüller, in seiner Rede deutlich: „Die Direktvermarkter repräsentieren den Landkreis Rottal-Inn vor Ort und weit über den Landkreis hinaus. Mit der direkten Vermarktung regionaler Qualitätsprodukte sind sie gerade heutzutage auch aus ökologischer Sicht absolut am Puls der Zeit. Diese 25 Jahre sind also zweifellos eine absolute Erfolgsgeschichte.“

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Der Landkreis sei gerne unterstützend tätig, denn die Produkte aus der Region seien nicht nur bei den heimischen Kundinnen und Kunden gefragt, auch die Urlauberinnen und Urlauber in der Region würden diese Angebote gerne nutzen.

Fahmüller weiter: „Doch wir wissen auch: es gab sie immer, die Menschen, die Wert gelegt haben auf die Qualität aus der Region, und es gab immer die Bäuerinnen und Bauern, die stolz darauf waren und immer noch stolz darauf sind, diese Qualität anbieten zu können. Diese Menschen wurden immer mehr und heute kann man sagen: die Direktvermarktung hat sich etabliert, sie geht neue Weege mit attraktiven Hofläden oder dem Verkauf über das Internet. Die Bäuerinnen und Bauern haben gelernt, deutlich zu machen, wie wertvoll ihre Produkte sind und dass sie deswegen auch ihren Preis haben müssen. Viele Kundinnen und Kunden akzeptieren diesen Preis, weil sie wissen, dass die guten Sachen vom Bauernhof einen reellen Gegenwert bieten."

Mehr Wertschätzung für regionale Erzeugung

Wie wichtig eine heimische Lebensmittelerzeugung sei, das sein in Zeiten unsicherer gewordener Lieferketten durchaus nicht zu vernachlässigen, erklärte der Vize-Präsident des Bezirkstags von Niederbayern, Dr. Thimas Pröckl. Es sei durchaus wünschenswert, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher den Wert der heimischen Landwirtschaft wieder höher schätzen würden, übrigens nicht nur im Zusammenhang mit der Direktvermarktung.

Ein besonderes Lob von Dr. Pröckl gab es für die Öffentlichkeitsarbeit der Direktvermarkter in Rottal-Inn, die sei von Anfang an hervorragend gewesen.

Ohne Landwirtschaft keine Kulturlandschaft

Der Politiker verwies zum Ende seines Vortrags aber noch auf einen anderen Aspekt, der gerade auch in einem Urlaubsort angesprochen werden müsse, wie er betonte: „Wir alle sollten nicht vergessen, dass es unsere Bäuerinnen und Bauern sind, von denen seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft gestaltet wird, um die uns so viele andere Regionen beneiden“. Auch deshalb, so Dr. Pröckl, lohne es sich, beim Bauern direkt einzukaufen und beim Einkauf überhaupt die Herkunft von Produkten im Blick zu haben.

Für das ganze Jubiläumsjahr haben sich die Mitglieder des Vereins der Direktvermarkter ein rundes Programm vorgenommen. Dazu gehören auch Hoffeste auf Mitgliedsbetrieben und Tage der offenen Tür.

Ein Höhepunkt ist dabei ein großes Erdbeerfest am Sonntag, 19. Juni, auf dem Reitberger-Hof in Woching bei Pfarrkirchen.