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Direktvermarktung

Aus dem Skonto wird die Dividende

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Gerd Kreibich
am Freitag, 14.01.2022 - 07:45

Eine Genossenschaft möchte in einem denkmalgeschützten Gebäude regionale Produkte vermarkten. Noch sucht das Projekt im Landkreis Regensburg Unterstützer und Anteilseigner.

Hemau/Lks. Regensburg Eine eigens zu diesem Zweck gegründete Genossenschaft möchte in einem denkmalgeschützten Gebäude in Pittmannsdorf in der Gemeinde Hemau einen Standort für Direktvermarktung regionaler Produkte schaffen. Für den anvisierten Verkaufsstart im Sommer 2022 braucht es aber noch weitere Mitglieder.

Große und kleine Klippen sind überwunden

Bei einem Notartermin im November konnten die Vorstände der Genossenschaft das Erbbaurecht an dem denkmalgeschützten Stadel in Pittmannsdorf sichern. „Unser Projekt musste erst noch einige kleinere und größere Klippen umschiffen, aber jetzt können wir endlich durchstarten“, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Feuerer. Mittlerweile habe auch der Genossenschaftsverband seine Überprüfung der JuraMarktStadel eG mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen, ergänzt stellvertretender Vorstand Bernhard Köbler.

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Nachdem diese Voraussetzungen geschaffen worden sind, sucht die Genossenschaft nun weitere Mitglieder, die ihre Ziele unterstützen wollen. Die JuraMarktStadel eG möchte nicht nur die Instandsetzung des Stadels aus dem Jahr 1791 mit der Aufbringung des überlieferten Kalkplattendaches abschließen. Das Baudenkmal soll auch als Standort für Direktvermarktung genutzt werden. Geplant ist, vornehmlich regionale landwirtschaftliche Produkte in Automaten und gegebenenfalls an festen Markttagen zum Verkauf anzubieten. 13 Direktvermarkter, die etwa Getreide- oder Milchprodukte, Biofleisch oder auch Fertiggerichte im Glas anbieten, konnten bereits als Partnerbetriebe gewonnen werden.

Die JuraMarktStadel eG, die selbst keine Gewinnerzielungsabsichten verfolgt, hat sich vorgenommen, im Frühjahr 2022 die ausstehenden Baumaßnahmen durchzuführen und im Sommer 2022 den Verkaufsbetrieb aufzunehmen. Dazu muss sie noch rund 500 000 Euro investieren. Das bürgerschaftliche Projekt hat weit über den Tangrintel hinaus Modellcharakter und wird deshalb von verschiedenen Ämtern, Institutionen und Körperschaften gefördert.

Regional und nachhaltig soll es werden

Ein großer Teil der Summe wird also aus Fördermitteln beglichen werden können, die Anträge dafür wurden bereits eingereicht. Doch für den verbleibenden Anteil suchen Aufsichtsrat und Vorstand der Genossenschaft jetzt Mitglieder, die das ambitionierte Vorhaben unterstützen möchten.

Man wolle ein denkmalgeschütztes Kleinod, das typisch für die einstige Baukultur des westlichen Landkreises Regensburg ist, unter dem Motto „regional, nachhaltig und fair“ einer zukunftsweisenden Nutzung zuführen, wirbt der Aufsichtsratsvorsitzende und Hemauer Bürgermeister Herbert Tischhöfer. Als kleiner Anreiz bzw. „Naturaldividende“ soll den Genossenschaftsmitgliedern beim Einkauf von im Stadel angebotenen Produkten übrigens ein Nachlass von 2 Prozent Skonto gewährt werden. Wer Interesse daran hat, das wegweisende Projekt mit einem oder mehreren Geschäftsanteilen in Höhe von je 250 Euro zu unterstützen, findet Informationen unter www.juramarktstadel.de oder kann sich telefonisch an 0941/ 4009-335 wenden.