Landfrauen

Selbst im eigenen Wald aktiv werden

Demonstration Zweige
Helga Gebendorfer
am Montag, 18.01.2021 - 15:52

Interessanter Waldfrauentag von FBG Aiglsbach und AELF Abensberg.

Gruppe 1

Mainburg/Lks. Kelheim - Premiere feierte die Forstbetriebsgemeinschaft Aiglsbach (FBG) zusammen mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg (AELF) mit dem Waldfrauentag, zu dem alle interessierten Frauen im Landkreis Kelheim in den Pfarrpfründestiftungswald Pötzmes eingeladen waren. Im Fokus standen Themen zum Wald bzw. Waldbau.

„Wir möchten heute keinen einseitigen Unterricht machen, sondern sind für alle Fragen offen“, erklärte FBG-Geschäftsführerin Stephanie Müller, die gemeinsam mit Katharina Krumm, Revierleiterin in Mainburg, und Anne-Katharina Mahle, AELF-Fachkraft Initiative Zukunftswald, die Veranstaltung organisiert hatte. „Sie sind heute die Pionierinnen für viele weitere Waldfrauentage in den nächsten Jahren“, freuten sie sich und teilten mit, dass die Waldfläche im Rahmen eines Waldpflegevertrages von der FBG betreut wird.

Bei der Vorstellungsrunde erläuterten die Frauen, was sie zur Teilnahme bewegt und motiviert hat. Im Vordergrund stand das Ziel, das vorhandene Wissen zu vertiefen. „Wir gehen gerne in den Wald und möchten selbst etwas darüber lernen, um mehr Bescheid zu wissen und unseren Männern mehr Hilfestellung geben zu können“, lautete mehrheitlich die Aussage.

Schadflächen schnell wieder bearbeiten

Die Frauen fühlten sich untereinander sehr wohl und schätzten die entspannte Atmosphäre unter Gleichgesinnten. In lockerer Atmosphäre vermittelten die Waldexpertinnen anhand von verschiedenen Waldbeständen im Dialog und zum Teil in praktischen Übungen Grundwissen zu folgenden Themen: Flächenvorbereitung, Naturverjüngung, Umgang mit Konkurrenzvegetation, Zukunftsbaumkonzept in Jungdurchforstung, Umgang mit Schadflächen und Wiederaufforstung mit neuen Baumarten.

Dabei war unter anderem zu erfahren, dass Käferholz-Schadflächen möglichst schnell wieder in Bearbeitung gebracht werden sollen und liegen gelassenes Totholz – Käferbäume ausgenommen – dem Wald gut tut, da es Lebensraum für viele Arten bietet. „Hier müssen viele Waldbesitzer umdenken, denn bisher stand häufig eine saubere Waldbewirtschaftung an oberster Stelle“, so Müller, die für den Anfang empfahl, dafür eine Ecke einzurichten, während der Rest wie bisher bewirtschaftet wird.

Nachhaltigkeit bei der Durchforstung ist wichtig

„Ein nachhaltiges Durchforsten der Waldbestände ist das A und O“, stellten die Expertinnen fest und forderten die Frauen auf, die Herausforderungen in Bezug auf Klimawandel und Borkenkäfer als neue Chance zu sehen. „Nehmen Sie Kontakt mit dem zuständigen Revierleiter auf und probieren Sie ruhig verschiedene Baumarten aus“, betonten sie und empfahlen klimaresistente, dem Standort angepasste Lösungen.

Am Ende zogen die Veranstalter ein positives Fazit: „Der Termin ist sehr gut angekommen und wir waren äußerst positiv überrascht über die große Nachfrage.“ Zudem begrüßten sie, dass viele junge Teilnehmerinnen mit Interesse und Begeisterung bei der Sache waren. „Wir gehen davon aus, dass wir künftig jedes Jahr einen Waldfrauentag anbieten werden“, blickten die Organisatorinnen in die Zukunft.

Das sagen die Teilnehmerinnen

Forstner

Johanna Forstner, Attenhofen: „Wir bewirtschaften zuhause 18 ha Wald. Ich möchte heute etwas Neues dazulernen und neue Eindrücke gewinnen. Vor allem begrüße ich es, dass wir Frauen unter uns sind. Dadurch ist auch die Hemmschwelle viel niedriger, Fragen zu stellen. Mich interessieren besonders folgende Themen: Käferholz, aktuelle Problematik und Zukunftsbäume. Meine Erwartungen sind erfüllt, denn die Informationen sind sehr interessant und werden aus meiner Sicht verständlich und anschaulich erklärt.“

Schneider

Sandra Schneider, Saal an der Donau: „Mich interessieren die Fragen rund um die Anpflanzung, denn momentan steht dieses Thema konkret in unserem knapp 2 ha großen Waldstück an. Zudem treibt mich die Frage um, wie man den Wald für die Zukunft am besten aufstellt. Die Palette an Informationen ist breit angelegt und der Austausch untereinander ist besonders wertvoll. Im Kreis der Frauen traut man sich mehr Fragen zu stellen und bekommt eine andere Sicht auf die Dinge.“

Schuller

Claudia Schuller, Meilenhofen: „Ich helfe bereits jetzt meinem Freund bei der Bewirtschaftung von 4 ha Wald. Aber ich möchte vom Handlanger zur Mitarbeiterin werden. Deshalb nutze ich die Chance, mein Wissen durch Fachfrauen zu erweitern. Die Fortbildung unter Frauen in entspannter Atmosphäre ist prima. Das spornt mich an, eventuell auch an einem Motorsägen-Kurs teilzunehmen.“