Coronakrise

Schlachthof: Corona-Ausbruch bei Vion Vilshofen

Corona
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 01.12.2020 - 17:09

Der Schlachthof in Vilshofen hat am 1. Dezember mit einer Auslastung von rund 50 % den Betrieb wieder aufgenommen.

Stand 1. Dezember 2020

In den niederbayerischen Schlachthöfen Vilshofen und Landshut können wöchentlich bis zu 40.000 Schweine geschlachtet werden. Nach einem Coronaausbruch wurde der Betrieb in Vilshofen vergangene Woche geschlossen. Nach Stand vom 29.11. haben sich 100 Mitarbeiter angesteckt.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat am Montag (30.11.) den Standort besucht und sich von den Hygienemaßnahmen überzeugt gezeigt: „Hier im Schlachthof werden die Hygienevorschriften eingehalten und zweimal die Woche Reihenuntersuchungen mit Antigen-Schnelltests bei allen Mitarbeitern durchgeführt. Dadurch sind die Infektionen früh erkannt worden. Ich bin froh, dass der Betrieb angekündigt hat, die Produktion kurzfristig mit einer Rumpfmannschaft wieder hochzufahren.“ Die coronabedingten Probleme in der Schlachtbranche müssten schnell gelöst werden, um weitere massive Schäden für die landwirtschaftlichen Tierhalter in Bayern zu vermeiden.

Der bayerische Wirtschaftsminister hat der Fleischwirtschaft seine Unterstützung zugesagt: „Durch die Afrikanische Schweinepest, die das chinesische Importverbot ausgelöst hat, und die Coronakrise sind die Schlachthöfe und die Landwirtschaft in eine dramatische Notsituation geraten. Der Rückstau bei der Schweineschlachtung nimmt große Ausmaße an. Schon 100.000 Tiere in Bayern können nicht zeitgerecht verarbeitet werden. Wir müssen nun handeln, um die Betriebe zu unterstützen und Tierschutzprobleme zu vermeiden.“

Konkret sagte der Minister zu, sich für eine erneute Allgemeinverfügung mit Ausnahmeregeln zur Ausweitung der Arbeitszeit einzusetzen. „Die Schlachthöfe brauchen die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter für einige Wochen bis zu zwölf Stunden täglich zu beschäftigen. Zu Beginn der Coronapandemie haben wir das auch möglich gemacht. Dadurch kann die Kapazität erhöht und der Rückstau bei den Schweinen reduziert werden“, sagte Aiwanger. Die Gespräche zwischen Wirtschafts- und Arbeitsministerium laufen bereits.

Durch den Besuch und den zugesagten Hilfen hat Aiwanger innerhalb der Regierungskoalition für Wirbel gesorgt. Hintergrund ist die Kompetenzabgrenzung zwischen Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerium.

Vion Vilshofen legt Betrieb auf Eis

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Im Vion-Schlachthof in Vilshofen ruht seit dem Mittwochabend (25.11.) der Betrieb, nachdem es bei einer Reihe von Testungen auf das Coronavirus bei 82 der fast 300 Mitarbeiter positive Ergebnisse gab.

Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, war am Mittwoch noch unklar, die vielen positiven Ergebnisse führten zu einem massiven Personalausfall. Bereits im Mai war eine große Testung durchgeführt worden, damals gab es kein einziges positives Testergebnis.

Festgestellt wurde der Ausbruch, laut Pressestelle, durch regelmäßige Testungen, denen sich die Mitarbeiter unterziehen. Die Schließung in Vilshofen wurde nicht vom Landratsamt angeordnet, sondern von der Vion-Geschäftsführung beschlossen.

Im Zen­trum der nie­der­baye­ri­schen Schwei­ne­mast hat sich der Stand­ort in Vils­hofen in den letz­ten Jah­ren zum größ­ten Schlacht­be­trieb in Bay­ern ent­wi­ckelt. (Gerd Kreibich)