Bayerischer Wald

Schatz, Leuchtturm und Motor

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Fritz Denk
am Mittwoch, 14.10.2020 - 17:51

50 Jahre Nationalpark: Söder und Glauber bestätigen Erweiterung

Seit mehr als einem Jahr plant die ganze Region Aktionen und Feiern zum Jubiläum „50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald“. Die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie lassen aber größere Feste nicht zu. Neben einigen kleinen Treffen und mit Online-Veranstaltungen wurde auf die Besonderheiten von Deutschlands ältestem Nationalpark hingewiesen.
Im Rahmen einer Pressekonferenz fanden nun im Hans-Eisenmann- Haus in Neuschönau Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder (CSU) und Thorsten Glauber, Staatsminister für Umwelt- und Verbraucherschutz (Freie Wähler), lobende Worte für den Nationalpark und überbrachten gleichzeitig „Geschenke“ des Freistaaates.

Schon bald der größte Wald-Nationalpark

So wird dieser große Schatz der Region, das Leuchtturmprojekt „Nationalpark“, nach Worten des Ministerpräsidenten von jetzt 24 250 ha um 600 ha Staatswaldfläche, die im Bereich der Gemeinde Mauth liegt, erweitert. „Damit ist der Nationalpark Bayerischer Wald der größte Wald-Nationalpark in Deutschland.“
Nachdem durch die Erweiterungsfläche ein Lückenschluss zwischen dem Nationalpark Bayerischer Wald und dem tschechischen Nationalpark Šumava erreicht wurde, handelt es sich hier sogar um das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Zudem sind die Investitionen des Freistaates, so der Ministerpräsident, stets auch ein „Konjunkturprogramm“ für die gesamte Region. Zum „Geburtstag“ wird der Freistaat mit 3,5 Mio. € neue Besuchereinrichtungen herstellen sowie bestehende weiter ausbauen.
Eingehend auf die Standortsuche für ein Atommüll-Endlager kann es sich Ministerpräsident Söder nicht vorstellen, dass ein solches in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem herausragenden Schutz- und Forschungsgebiet „Nationalpark“ entstehen soll.

Auch das Endlagerwar ein wichtiges Thema

Er werde hier das Gespräch suchen mit den Verantwortlichen, sowohl was die Planung im Bayerischen Wald wie auch in Tschechien angeht.
Getreu dem Leitsatz „Natur Natur sein lassen“ darf sich die Natur im Nationalpark seit 50 Jahren nach ihren ureigenen Gesetzen entwickeln.

Ökosystem und Magnet für viele Touristen

Mit rund 1,4 Mio. Besuchern pro Jahr ist der Nationalpark zugleich Anziehungspunkt und Motor für naturnahen Tourismus und Regionalentwicklung. Staatsminister Glauber führte dazu aus, dass neben der touristischen Nutzung gerade der Nationalpark Bayerischer Wald ein einzigartiges Ökosystem darstellt. „Der geschichtsträchtige Nationalpark hat in den 50 Jahren viele Herzen erobert“, unterstrich der Minister. Es gäbe hier weit mehr als 11 000 Tiere, Pflanzen und Pilzarten, einen hervorragenden Moorschutz sowie eine ganz besondere Moos- und Artenvielfalt.
Das Gebiet des am 7. Oktober 1970 geründeten Nationalparks erstreckt sich nach einer Erweiterung im Jahr 1997 über die Landkreise Freyung-Grafenau und Regen.
Freyung-Grafenaus Landrat Sebastian Gruber, der auch für seine Amtskollegin Rita Röhrl (Regen) sprach, bezeichnete den Nationalpark als eine „Pionierentscheidung“ und gleichzeitig „Motor“ für die Regional- entwicklung. Mauths Bürgermeister Ernst Kandlbinder dankte den Politikern für das „Erweiterungsgeschenk“.