Austausch

Der richtige Ton macht die Musik

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Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 25.02.2021 - 11:17

Kreisbäuerin Sabine Schindler betreibt einen Erlebnisbauernhof im Landkreis Schwandorf. Zudem ist sie die jüngste Kreisbäuerin in Bayern. Nun referierte Schindler beim digitalen Landfrauentag Landshut.

„Die Corona-Pandemie hat unser Leben ordentlich durcheinander gewirbelt. Deshalb nutzen wir heute die moderne Technik und treffen uns online“, begrüßte Kreisbäuerin Angelika Graf alle Bäuerinnen und Landfrauen zum ersten digitalen Landfrauentag. Gleichzeitig freute sie sich über die knapp 170 Teilnehmer, die sich an diesem Nachmittag für die virtuelle Veranstaltung zugeschaltet hatten. Auf das diesjährige Landfrauenjahr blickte Graf optimistisch nach vorne und erklärte: „Ich hoffe, dass wir uns das eine oder andere Mal persönlich sehen können.“

Respekt und Anerkennung zollte den Landfrauen auch Landrat Peter Dreier: „Sie sind Vorbilder und bewältigen eine Vielzahl von Aufgaben in der Familie, auf dem Betrieb und in der Gesellschaft. Wir wissen dies sehr zu schätzen. Denn ohne starke Frauen im Hintergrund würde vieles nicht funktionieren“, erklärte er und dankte allen Zuhörerinnen für ihre Leistungen.

Hoffnung auf ein normales Leben hochhalten

Niederbayerns Bezirksbäuerin Irene Waas machte auf das Jahresmotto „Richtig gut leben“ der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband aufmerksam. „Seit dem letzten Jahr hat sich durch das Coronavirus viel ereignet“, betonte sie und gab zu bedenken, dass das Leben auf dem Land etwas leichter weiter läuft als in der Stadt. Leider gehe es bei vielen Betrieben um die Existenz. „Trotzdem sollten wir nach vorne schauen und die Hoffnung auf ein normales Leben nicht verlieren“, forderte sie die Frauen auf.

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„Viele Themen brennen uns auf den Nägeln und es kommen weiterhin regelmäßig Auflagen und Einschränkungen auf uns zu“, teilte Kreisobmann Georg Sachsenhauser mit. Er zeigte auf, dass im Landkreis Landshut mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 36 Hektar in den letzten zehn Jahren über 40 Prozent der Betriebe mit einer Fläche zwischen 20 und 50 ha aufgegeben haben. „Die Gesellschaft sollte gründlich darüber nachdenken, ob sie diese Entwicklung weiterhin hinnehmen will“, sagte der Kreisobmann, der versprach, am Ball zu bleiben und sich für die Anliegen der Familienbetriebe einzusetzen.

„Starke Frauen – starke Familien“. Zu diesem Thema referierte Sabine Schindler, Kreisbäuerin im Landkreis Schwandorf und mit 38 Jahren die jüngste Kreisbäuerin in Bayern. Zunächst erzählte sie von ihren Wurzeln: sehr behütete Kindheit im oberbayerischen Bad Tölz, Sozialpädagogik-Studium und soziales Jahr in der Oberpfalz. Dort lernte sie ihren Mann kennen, heiratete in den Milchviehbetrieb ein und betreibt ihn seit zehn Jahren als Erlebnisbauernhof. Die Referentin hat zwei Kinder und wurde vor vier Jahren zur Kreisbäuerin gewählt.

Ein gutes Team geworden

„Ich war eine Studierte und Zugereiste aus der Stadt. Es war für mich am Anfang nicht einfach, vor allem mit meiner Schwiegermutter“, blickte Schindler zurück. Anhand einiger Anekdoten aus dem Alltag der zwei Frauen schilderte sie, wie sich der Umgang zwischen ihnen entwickelte. „Es war anfangs sehr hart, aber im Laufe der Zeit wurde es immer besser. Die jahrelange Annäherung hat mich zu einer starken Frau gemacht und es ist uns gelungen, ein gutes Team zu werden“, verriet sie ihren Zuhörern.

Ein Video über Schwandorfs Kreisbäuerin Sabine Schindler sehen Sie hier:

Die Kreisbäuerin gab den Zuhörerinnen eine Reihe von Tipps aus ihrem „Werkzeugkasten“ für ein gutes Miteinander mit auf den Weg. Dazu zählten folgende Empfehlungen: den anderen oder die andere mit all seinen oder ihren Fähigkeiten, Wünschen, Erlebnissen und der persönlichen Vergangenheit gelten zu lassen, erst einmal nichts persönlich nehmen, und vor allem Person und Handeln bestmöglich voneinander zu trennen.