Jagd

Rehkitz, Wolf und Waldumbau

Versammlung
Markus Bauer
am Dienstag, 28.01.2020 - 08:15

Jahresversammlung der Arge Jagdgenossenschaft im BBV Regensburg.

Barbing/Lks. Regensburg - Die Rettung von Rehkitzen, der Wolf und der Waldumbau angesichts des Klimawandels waren die Hauptthemen bei der Jahresversammlung der Arge Jagdgenossenschaft im BBV-Kreisverband Regensburg. Vorsitzender Albert Robold bat die Jagdvorsteher und Waldbesitzer, die festgesetzten Abschusspläne zu erfüllen, „in Zeiten des Waldumbaus ist das nötig“, so Robold.

Wichtig sei ein Mischwald bzw. klimafester Wald, ebenso aber auch die Naturverjüngung. Auch wehrte er sich gegen weitere Diskussionen zum Vegetationsgutachten, hierzu werde es zeitnah einen Workshop geben. Positiv bewertete der Vorsitzende die Aktivitäten des Landkreises zur Afrikanischen Schweinepest und zum Einsatz von Nachtzielgeräten.

Die aktuelle Klimabrisanz beleuchtete Cornelius Bugl, stellvertretender Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regensburg und stellvertretender Leiter des Bereichs Forsten im Referat zum Thema „Klimawandel und Waldumbau – Konsequenzen für die Jagdgenossenschaften“. Nicht nur die Fichte, sondern zunehmend auch die Kiefer bricht dramatisch ein, lautete Bugls Feststellung. Das seien rund 60 % des Waldbestandes. Sein Rat: Mischwälder aus möglichst vielen Baumarten, auch wenn die meisten der künftigen Baumarten verbissgefährdet sind. Mit Blick auf die Jagdgenossen/Jäger plädierte Bugl für eine „waldorientierte Bejagung“ und „Solidarität mit den Waldbesitzern“.
 

Die „Aktion Kitzrettung“ stellte die 1. Vorsitzende des Vereins Tierschutzhof Oberpfalz e.V. Annemarie Prem vor. Auch sie betonte das Zusammenwirken der Jägerschaft, Landwirte, Waldbesitzer sowie von Natur- und Tierschützern. Wie ein Vorfall in Pentling gezeigt hat, werde die vorsätzliche Tötung von Rehkitzen bestraft. „Es geht auch um den Artenschutz anderer Tiere, aber es gibt keine hundertprozentige Sicherheit“, erläuterte Prem.

Sie zeigte verschiedene Möglichkeiten zur Rettung von Rehkitzen in Feldern auf: Überfliegen mit einer Drohne mit Wärmebildkamera, Vergrämung und konventionelle Wiesenabsuche. Zudem empfahl sie den „Mäh-Knigge“ und gab Hinweise für einen sinnvollen Ablauf solcher Aktionen. „Miteinander sind wir stark“, lautete Prems Fazit.

Jagd als wichtiger Schlüssel beim Waldumbau

Zum immer wieder aktuellen Thema „Der Wolf in der Oberpfalz“ referierte Markus Martini, der Wolfsbeauftragte für die Oberpfalz und den Veldensteiner Forst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Für die Oberpfalz nannte er ein Wolfspärchen in Grafenwöhr und einen Totfund in Regenstauf. Martini informierte über die wichtigsten Eigenschaften, eindeutige Spuren und die Verbreitung des Wolfes.

„Die Jagd ist der wichtigste Schlüssel beim Waldumbau“, stellte der 1. Vorsitzende des Bezirksjagdverbandes Regensburg Gerhard Schmautz in seinem Grußwort fest. Er betonte zudem ein gutes Miteinander der beteiligten Akteure und berichtete von positiven Erfahrungen zweier Hegegemeinschaften mit der Vorverlegung der Jagdzeit.