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Absatzförderung

Regionaler Absatz: „Sauguad“ für Bauern und Tiere

Stehen hinter dem Pilotprojekt „Sauguad“: (v.l.) die Bezirksräte Ludwig Waas, Angelika Eibl, MdL Josef Zellmeier, Ferkelerzeugerrings-Vorsitzender Fritz Schäffer und Bezirksrat Franz Schreyer.
Melanie Bäumel-Schachtner
am Montag, 07.11.2022 - 08:35

Der Bezirk Niederbayern will Schweinefleisch aus der Region fördern.

Straubing - „Sauguad“ wäre es für die Landwirte, wenn die Erzeuger von Schweinefleisch wieder rentabel arbeiten könnten und es trotzdem mehr Platz und Tierwohl für die Tiere im Stall gäbe. Und genau so heißt deshalb auch ein Pilotprojekt des Ferkelerzeugerrings Landshut zur Vermarktung von männlichen Jungschweinen.

Laut Ferkelerzeugerrings-Vorsitzendem Fritz Schäffer hat dieses Projekt gleich mehrere Vorteile: Neben dem fairen Preis für den Produzenten wird auch die Nachfrage der jungen Generation nach magerem Fleisch bedient, denn das Fleisch der männlichen Jungschweine gilt als besonders eiweißreich und fettarm.

Mehr Region auf die Teller in Niederbayern

Der Bezirk Niederbayern will ausloten, wo die Produkte in seinen Einrichtungen Verwendung finden könnten. Deshalb stellte Schäffer das Projekt im Institut für Hören und Sprache in Straubing vor. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (CSU) sagte dabei, „Sauguad“ passe gut in das Konzept Regio 2030, bei der bis zum Jahr 2030 ganze 30 Prozent an Lebensmitteln in den Einrichtungen, Krankenhausküchen und Kantinen des Bezirks Niederbayern Bio und regional sein sollen.

„Es ist beste Fleisch, das es gibt“, machte Fritz Schäffer Werbung für sein Produkt. Man wolle sich damit abheben von anderen Fleischsorten, dadurch andere Verbraucher ansprechen und so auch die Betriebe absichern. Vermarktet werden soll der 75-Kilo-Eber.

Aus Nichtedelteilen werden Wurstwaren hergestellt, die insgesamt 15 Prozent Gemüse enthalten. „Bei uns essen die Verbraucher den Salat gleich mit der Wurst“, sagt der Erzeugerrings-Vorsitzende mit einem Augenzwinkern. So komme Blumenkohl selbst in den Leberkäse. All das habe den Vorteil, dass Fett reduziert und gleichzeitig der Ballaststoffanteil erhöht werde.

Die Verbraucher müssen das Programm annehmen

Vortei für die Tiere ist, dass die Eber nicht kastriert werden. Zudem haben die Sauen am Ende der Mast viel mehr Platz – und zwar in bestehenden Ställen, große Neubauten sind daher nicht notwendig.

Schäffer wies auf die desolate Lage der Schweinehalter hin. Die Ferkelerzeugung sei ein Draufzahlgeschäft, ein rentables Arbeiten sei derzeit nicht möglich. Aus 1000 Betrieben im Bereich seines Rings seien 280 geworden.

In den letzten fünf Jahren hätten die Schweinebauern lediglich einmal Gewinn machen können. „Aber nun haben wir ein System erarbeitet, durch das wir eine größere Nische finden könnten“, glaubt der Niederwinklinger. Ziel sei es, die Bevölkerung weiter mit Schweinefleisch versorgen zu können und die Preise soweit zu gestalten, dass für den Landwirt die Kosten gedeckt werden können.

Dr. Olaf Heinrich erklärte, der Bezirk als Betreiber von Kantinen und Großküchen stehe hinter der heimischen Landwirtschaft, man sei auf einem gutem Weg, deren Angebote noch mehr zu nutzen.

MdL Josef Zellmeier (CSU) sagte, dass der Freistaat das Projekt mit 300000 Euro unterstützt.die vor allem in Öffentlichkeitsarbeit investiert werden. Denn, wie so Schäffer: „Wir können das beste Produkt anbieten, aber alles ist sinnlos, wenn der Verbraucher es nicht annimmt.“